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Alles dreht sich ums DRK

Sabine Müller und Jens Kauder vom DRK Ortsverband Doberlug-Kirchhain mit Söhnchen Maximilian.
Sabine Müller und Jens Kauder vom DRK Ortsverband Doberlug-Kirchhain mit Söhnchen Maximilian. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Sabine Müller hat den Ortsverband Doberlug-Kirchhain fast fünf Jahre geleitet. Familie und Beruf lassen sie jetzt aber kürzertreten. Ein Porträt zum Internationalen Frauentag. Heike Lehmann

Sabine Müller ist ihr halbes Leben für andere da. Ob zur Ersten Hilfe oder im Katastrophenschutz, aber auch zur medizinischen Absicherung von Großveranstaltungen streift sie sich die Uniform vom Deutschen Roten Kreuz über. Seit 16 Jahren schon.

Jeden zweiten Samstag im Monat treffen sich alle Mitglieder beim Ortsverband für zwei Stunden Ausbildung in Praxis oder Theorie und zwei Stunden Arbeit "im Revier", also zur Pflege und Wartung der Einsatztechnik.

"Angefangen habe ich beim Jugendrotkreuz. Danach bin ich zum Katastrophenschutz gegangen", erinnert sie sich. Fünf Jahre war sie stellvertretende Vorsitzende, die letzten viereinhalb Jahre sogar die Chefin vom Ortsverband. Bis vor wenigen Tagen. Denn im Leben der jungen Frau gibt es beruflich und familiär neue Prioritäten. Söhnchen Maximilian ist jetzt ein reichliches Jahr alt und fordert Mamas Aufmerksamkeit. Und beruflich hat die 32-Jährige auch mehr Verantwortung zu tragen. Sie hat nach ihrer Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten noch berufsbegleitend den Abschluss als Verwaltungsfachwirtin gemacht. Seit August 2016 ist sie bei der Stadt Elsterwerda Fachbereichsleiterin Leistungs- und Ordnungsverwaltung.

"Die Sachen halbherzig zu machen, bringt nichts", hat sie erkannt und den Vorsitz abgegeben. Neuer Vorstandsvorsitzender ist Christopher Kell.

Sabine Müller ist seit Jahren eine sichere Bank im DRK. "Sie ist ausgebildete Zugführerin und kann in allen Positionen eingesetzt werden. Das ist der höchste Ausbildungsgrad, den man bei einem Ortsverband erreichen kann", sagt Jens Kauder, stellvertretender Bereitschaftsleiter und im Katastrophenfall Zugführer der Schnelleinsatzeinheit Sanität. In seiner Stimme klingt Stolz mit, denn der 36-Jährige ist Sabines Lebensgefährte. Die Erziehungszeit für Maximilian haben sich beide geteilt. Sven Kauder arbeitet beim Rettungsdienst. Das DRK gehört zu ihrem Leben. Das wird auch weiterhin so bleiben.

"Als Chefin war ich wesentlich öfter gefragt. Jetzt bin ich seltener im Einsatz", sagt sie. Das läuft dann so ab, dass im Alarmierungsfall schnellstens geprüft wird, welche Oma auf das Kind aufpassen kann und dann geht es im Eiltempo zum Einsatz, beschreibt Jens Kauder. Und das mit der Oma ist gar nicht so einfach, denn die Mutter von Jens, Rosel Kauder, ist selbst aktiv beim DRK.

Ein Problem, an dem ortsverbandsintern gearbeitet wird. Jens Kauder sagt: "Wir haben etwa 100 Mitglieder, darunter mehr Frauen als Männer und viele junge Eltern. Es wäre also gut, wenn wir eine Art DRK-Kindergarten hätten. Dass die Eltern im Einsatzfall ihre Kinder gut betreut wissen." Das hat andernorts die Einsatzstärke in die Höhe schnellen lassen.

Zur medizinischen Absicherung sind die Doberlug-Kirchhainer 35 bis 40-mal im Jahr gefragt. 2016 kamen noch sechs Einsätze dazu - fünfmal Brand und einmal Gefahrgut. Heftiger noch war 2013 mit zwölf Einsätzen. Am anstrengendsten waren im Rückblick die Hochwassereinsätze - 2002, 2006, 2010 und 2013, sagt Sabine Müller. 2010 war sie bei der Evakuierung vom Krankenhaus Elsterwerda dabei.

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