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| 02:37 Uhr

Alles bereit für die Schulschwester

Hausmeister Enrico Burigk malert in der Grundschule Rückersdorf den Raum für die neue Schulschwester. Bis zum 6. Februar muss der Raum eingerichtet sein.
Hausmeister Enrico Burigk malert in der Grundschule Rückersdorf den Raum für die neue Schulschwester. Bis zum 6. Februar muss der Raum eingerichtet sein. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde/Rückersdorf. Wenn es um kleinere Wehwehchen bei den Schülern, gesundheitliche Betreuung sowie gesunde Ernährung und Lebensweise geht, ist bald Schulschwester Tina an drei Grundschulen in Elbe-Elster Ansprechpartnerin Nummer eins. Nach den Winterferien beginnt sie ihren Job. Heike Lehmann

Hausmeister Enrico Burigk schwingt in der Grundschule Rückersdorf fleißig den Pinsel. Er bringt im künftigen Schwesternzimmer frische Farbe an die Wände. Die Einrichtung liegt noch gut verpackt im Erdgeschoss. Bis zum 6. Februar muss alles an Ort und Stelle stehen. Dann nämlich kommt die neue Schulgesundheitsfachkraft, wie die richtige Bezeichnung für Valentina Kalkbrenner ist. Sie ist eine von zehn Fachkräften in Brandenburg - neun Frauen und ein Mann. Allesamt sind sie examinierte Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen/-pfleger, die im Rahmen eines Modellprojektes ihre neuen Job bis Oktober 2018 in zwanzig Schulen des Landes ausüben werden. Dazu bilden sie sich seit November an der AWO-Fachschule für Sozialwesen in Potsdam vor allem in pädagogischer Hinsicht weiter. Bis zum Oktober 2017 wird die Ausbildung tätigkeitsbegleitend, sprich in den Schulen, fortgesetzt.

Der Landkreis Elbe-Elster ist mit drei Grundschulen vertreten - Stadtmitte und Nehesdorf in Finsterwalde und Grundschule Rückersdorf. Dass sie sich gemeinsam eine "Schulschwester" teilen müssen, ist ein kleiner Wermutstropfen. "Wir sind froh, dass wir überhaupt dabei sind. Ich finde das Projekt spannend", sagt Corina Langer, Schulleiterin in Rückersdorf. Nach einer Informationsveranstaltung am Montagabend gibt sie Lehrern und Elternsprechern auf den Weg: "Bitte die Schulschwester so viel wie möglich nutzen, wir wollen Wegweiser sein."

Projektträger in Brandenburg ist die Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Potsdam, die die Umsetzung gemeinsam mit der AOK Nordost - Die Gesundheitskasse, der Unfallkasse Brandenburg und dem Land Brandenburg finanziert. Das Projekt wird vom Gesundheitsministerium und dem Bildungsministerium fachlich begleitet.

In den ersten Tagen werden die neuen Schulgesundheitsfachkräfte zu tun haben, Vertrauen zu den Schülern und Eltern aufzubauen. Denn: Sie sind nicht nur dafür da, Pflaster zu verteilen und Wunden zu versorgen. Natürlich geht es auch um die Erstversorgung bei plötzlichen Erkrankungen wie Durchfall oder Fieber. Zu den Aufgaben der Schulschwester gehören auch die Gesundheitsförderung und Prävention. Schulleiterin Langer regt eine AG Erste Hilfe an. "Hör- und Sehtests zur Früherkennung werden durchgeführt", zählt Ausbildungsleiterin Isabell Träger von der AWO weiter auf. Bei der Betreuung chronisch kranker Kinder kann die Schulschwester helfen. Im besten Fall ist sie Ansprech- und Vertrauensperson für Schüler mit gesundheitlichen Problemen, eben "die Kümmerin für die lieben Kleinen". Nichts passiert ohne Einwilligung der Eltern. Ein Netzwerk mit Ärzten, Gesundheitsamt und anderen Institutionen ist aufzubauen.

Lehrer und Schulsekretärinnen soll die neue Fachkraft entlasten, ihnen den Rücken freihalten und stärken. In den meisten europäischen Ländern funktioniert das schon. Auch für Deutschland ist das erklärte Ziel die flächendeckende Einführung und die Etablierung als Ausbildungsberuf.

Zum Thema:
In Südbrandenburg gibt es nur zwei weitere Modellschulen für das Projekt "Schulgesundheitsfachkraft". Das sind in Cottbus die Fröbelgrundschule in der Spremberger Vorstadt und die Regine-Hildebrandt-Grundschule in Sachsendorf.Die Gesamtlaufzeit des Modells geht vom 1. August 2016 bis zum 31. Oktober 2018. Es läuft an zehn Schulen in Hessen und 20 Schulen in Brandenburg.Ziel ist, die deutschlandweite Einführung.