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Streit um Bürgertreff
Alles auf Start? Crinitzer uneins zu künftigem Treff

Crinitz . Ein Gutachten soll die Eignung der ehemaligen Töpferei Matthias als Bürgertreff beleuchten. Der Crinitzer Bürgermeister hat die von ihm favorisierten Kulturräume des Steinzeugwerkes erneut ins Gespräch gebracht. Werden die Karten jetzt neu gemischt? Von Gabi Böttcher

Eines kann man den Crinitzern nicht vorwerfen: Sie machen es sich nicht einfach, wenn es um ein neues Bürgerzentrum geht. Das große Interesse der Einwohner an den Kulturräumen des ehemaligen Steinzeugwerkes beim Tag der offenen Tür am Samstag bestärkt Bürgermeister Horst Hofmann, dieses von ihm von Anfang an favorisierte Objekt erneut in die Diskussion zu bringen. Dass die Räume bei einer aufwändigen Untersuchung durch die externe E & G Projektagentur aus Finsterwalde nicht einmal in die engere Auswahl gekommen waren, stört ihn dabei nicht. Auch nicht, dass sich die Gemeindevertretung mehrheitlich zu den Untersuchungsergebnissen der Agentur bekannt hatte und die Töpferei und einen Neubau an der Schule als alternative Lösungen weiter verfolgen will. Daran hält Horst-Viktor Scholz als Vorsitzender des Ortsentwicklungsausschusses auch nach dem Aufbegehren am Samstag fest. „Der Beschluss der Gemeindevertretung steht dem konträr gegenüber, was der Bürgermeister als seine Privatangelegenheit betreibt“, sagt der Ausschussvorsitzende. Für ihn ist der weitere Ablauf klar. Das Gutachten zur Töpferei müsse so schnell wie möglich auf dem Tisch liegen. Je nachdem, wie es ausfalle, werde man die Varianten Töpferei oder Anbau an der Schule weiter verfolgen. Ziel sei es, im November in die nächste Vergaberunde von Leader-Fördermitteln hineinzukommen. Wozu habe man die Analyse der Objekte durch die E & G Projektagentur vornehmen lassen, die übrigens à la bonne heure sei? Immerhin 18 000 Euro habe man   aus dem Bundesprojekt Landaufschwung dafür eingesetzt. Bürger und Vereine seien befragt worden. Man werde nach dem Tag der offenen Tür nun nicht aus sentimentalen Gründen von einem gültigen Beschluss Abstand nehmen.

Für Sven Guntermann von der E & G Projektagentur  ist die neuerliche Entwicklung  nach dem zuvor im Ort moderierten Verständigungsprozess und der Analyse der vielen vorgeschlagenen Objekte zwar schwer zu verstehen. Nüchtern sagt er jedoch: „Es sind die Crinitzer, die sich entscheiden müssen, was sie wollen. Die Welt dreht sich weiter, Menschen können ihre Meinung ändern.“ Die 70 Seiten umfassende Analyse zu den untersuchten Objekten liegt vor. Und das bestätigt der Projektmanager: Bei den für die Töpferei Matthias angesetzten Kosten für den Erwerb  handele es sich lediglich um den reinen Grundstückswert. Zudem sei die Töpferei nicht von dessen Eigentürmer, sondern von einem Mitglied der Gemeindevertretung vorgeschlagen worden.

Eine wegen Krankheit und Urlaub zu Wochenbeginn abgesetzte Zusammenkunft des Ortsentwicklungsausschusses soll nun am 5. März nachgeholt werden. Dann dürfte der Bürgertreff wieder Thema sein.