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Arbeitslosenservice Finsterwalde
„Alfi“ in der Oscar-Kjellberg-Straße angekommen: „Sie finden uns alle“

Die Leiterin des Arbeitslosenservice in Finsterwalde Angelika Hillebrand (Mitte) mit den ehrenamtlichen Helfern Patrick Wenzel und Ines Guse.
Die Leiterin des Arbeitslosenservice in Finsterwalde Angelika Hillebrand (Mitte) mit den ehrenamtlichen Helfern Patrick Wenzel und Ines Guse. FOTO: Böttcher Gabriela / LR
Finsterwalde. Am Donnerstag sind vier Wochen verstrichen, seit der Arbeitslosenservice Finsterwalde, im Volksmund auch gern „Alfi“ genannt, sein neues Domizil in der Oscar-Kjellberg-Straße 15 offiziell in Besitz genommen hat. Von Gabi Böttcher

Chefin Angelika Hillebrand hält auch im neuen Jahr das Ruder in der Hand. Dass sie am 1. Januar  mit ihrem 66. Geburtstag das Jahr begrüßt hat, ist für sie kein Hinderungsgrund, sich weiter für Bedürftige zu engagieren. Und es ging auch gleich wieder mit gut gefüllten Angebots- und Nachfragebüchern los. Zu Wochenbeginn sind unter anderem eine Küche und eine Eckcouch abgeholt worden. Die Möbel füllen jetzt den eigentlichen Empfangsraum, der zudem in einer Ecke das kleine „Büro“ für die schriftlichen und organisatorischen Dinge beherbergt.

2018 habe begonnen, wie 2017 zu Ende gegangen sei: mit großem Zulauf. Weiter wachsend wird der Bedarf an Angeboten im Kaufhaus für Bedürftige eingeschätzt. Zunehmend seien Asylbewerber unter den Kunden. Diese bedürfen der besonderen Betreuung bei Sichtung und Auswahl der Waren. Nicht immer sei es leicht,  ihnen die Regeln der Anordnung der Waren nahezubringen, die auch nach dem Begutachten  gelten. Man gebe sich große Mühe,  diese Herausforderung zu meistern, versichert Angelika Hillebrand.

Neben drei Ein-Euro-Jobbern und drei im Bundesfreiwilligendienst Beschäftigten kann sie weiter auf ihre Ehrenamtlichen bauen. Zu ihnen gehören auch Patrick Wenzel (37) und Ines Guse (47). Beide sind auf Hartz IV-Leistungen angewiesen. Zu Hause würde ihnen die Decke auf den Kopf fallen, sagen beide. Deshalb helfen sie im Arbeitslosenservice. Und weil das Klima  bei „Hilli“ stimme. Ines Guse fährt den Kleintransporter. Erst Dienstag sind aus Schönborn diverse Kleinmöbel abgeholt worden.  Dass der Kleintransporter mit Erstzulassung 2006 anfängt zu klappern, macht Chefin Angelika Hillebrand Sorge. Das einst von einer regionalen Firma spendierte Fahrzeug wird stark beansprucht. „Wir fahren es, bis es auseinanderfällt“, sagt die Chefin. Ohne zu wissen, wie eine Lösung für den besagten Ernstfall aussieht.

Derzeit nicht befriedigt werden kann die Nachfrage nach Kühlschränken, Waschmaschinen, Spülmaschinen  und Toastern. Hier wären Angebote willkommen.

Aufatmen kann das Team vier Wochen nach dem Umzug. „Sie finden uns alle“, so die Chefin. Die stark reduzierte Nutzfläche im neuen Domizil fordert indes ständiges  Umräumen und ein  stärkeres Augenmerk auf möglichst schnelles Ausliefern der Ware. Mehr Raum anzumieten, könne man sich nicht leisten.  Die jetzt anfallenden Kosten zu erwirtschaften, sei schwierig genug.

Ein Wunsch von Angelika Hillebrand für 2018: Dass die im März auslaufenden drei Stellen für Bundesfreiwillige durch drei neue ersetzt werden. Und der Wunsch von Ines Guse: „Hier bleiben und die Arbeit bezahlt bekommen.“

Der Arbeitslosenservice Finsterwalde mit seinem Kaufhaus für Bedürftige hat montags bis donnerstags von 8.30 bis 14 Uhr und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr geöffnet.
Kontakt:
03531 702764.