Eine vierstellige Summe haben es sich Claudia und Enrico Frank von Claudia "Ihr Pflegeservice mit Herz" kosten lassen, um zehn Rückersdorfer Kameraden mit modernen Alarmmeldeempfängern vom Typ Euro BOS Zeus auszustatten. Unzuverlässig und unbrauchbar seien die alten Geräte, die schon Anfang der 1990er-Jahre angeschafft wurden, sagen die Kameraden. Der stellvertretende Ortswehrführer Markus Winderlich und Enrico Frank, selbst seit 30 Jahren Mitglied der Feuerwehr, haben diesen Deal langfristig eingefädelt.

Günter Löhnhardt, Fachbereichsleiter Ordnungs- und Bauverwaltung beim Amt Elsterland, bestätigt auf Nachfrage, dass das Amt als Träger des Brandschutzes in nächster Zeit keine größeren Anschaffungen von Meldeempfängern plane. Man aber auch nicht verpflichtet sei, alle Kameraden damit auszustatten. "Alle unsere Führungskräfte haben Empfänger, ansonsten gilt als erste Alarmierung die Sirene und parallel dazu die Meldeempfänger und die Handyalarmierung." Wenn sich wie in Rückersdorf ein Sponsor findet, nehme man das natürlich gern an.

Mehr als 600 Stunden waren die Rückersdorfer Kameraden 2014 im Einsatz. Alles Stunden, die die Männer und Frauen freiwillig in ihrer Freizeit zum Schutz und zur Hilfe leisten. Ob Verkehrsunfälle, Hochwassereinsätze oder auch Tierrettungen - jeder Einsatz erfordert ihr ganzes Können und Wissen. Das wurde deshalb erweitert und aufgefrischt bei 51 Ausbildungen, die sich auf 1542 Stunden summieren. Überörtliche Ausbildungen nicht mit eingerechnet. Gruppen- oder Truppführer, Atemschutzgeräteträger und Rettungsschwimmer haben sich weitergebildet. Jeden Montag werden die Maschinisten geschult. Elfmal haben die Kameradinnen und Kameraden zudem Veranstaltungen abgesichert - vom Fackel umzug über Mühlenmarkt bis zur Einschulung.

Ein Höhepunkt war der Besuch der freiwilligen Feuerwehr in Rückersdorf in Thüringen. Zum 15-jährigen Bestehen der dortigen Jugendfeuerwehr trafen sich alle Rückersdorfer Partnerwehren aus Brandenburg, Sachsen und Kärnten (Österreich).

Der Rückersdorfer Jugendwart Cornell Manig betreut 25 Mitglieder. Einstiegsalter fünf Jahre! Alle zwei Wochen treffen sich die Kinder samstags zur Ausbildung. Beim jüngsten Amtsausscheid startete jeweils eine Mannschaft AK I und AK II Jungen beim Löschangriff nass. Das Team der AK I holte sich den Sieg, die AK II den vierten Platz. Selbst in Thüringen haben einige Jugendfeuerwehrmitglieder kurzerhand für einen Pokalwettbewerb im Sprottetal eine Mannschaft mit Freunden aus Kärnten gebildet. Wenig Zeit blieb zum gemeinsamen Üben - trotzdem erkämpfte sich die Mannschaft den Sieg.

Eine besondere Auszeichnung konnte während der Jahreshauptversammlung vor wenigen Tagen Kamerad Franz Pohl entgegennehmen. Seit 50 Jahren hält er der Rückersdorfer Wehr die Treue.