ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:35 Uhr

Abwasserleitung nach Lindena vom Tisch? Potsdam bestätigt nicht

Doberlug-Kirchhain/Sonnewalde. Die Bürgerinitiative Sonnewalde hat die Nachricht als erste in die Welt gesetzt: "… die Überleitung vom Sonnewalder Klärwerk zum Klärwerk Lindena ist Geschichte". Weil der Innenminister "ein schlechtes Bauchgefühl" dabei habe, werde es dafür keine Fördermittel geben. leh

Beim Wasser- und Abwasserverband Westniederlausitz (WAV) wird nach wie vor auf einen schriftlichen Bescheid aus Potsdam über beantragte Landesmittel gewartet.

Offiziell bestätigen wollte man auf RUNDSCHAU-Nachfrage beim Innenministerium nicht, dass die Überleitung vom Tisch ist. Der stellvertretende Pressesprecher Wolfgang Brandt sagt: "Das Antragsverfahren des Wasser- und Abwasserverbandes Westniederlausitz ist noch nicht abgeschlossen. Der Antragsteller hat noch keinen schriftlichen Bescheid, dem dann Gründe zu entnehmen sind und eine Rechtsmittelbelehrung beigefügt ist."

Die Überleitung der Sonnewalder Abwässer war mit dem Statusbericht seit 2012 vom Land Brandenburg als günstigste und damit einzig förderfähige Variante zur Lösung der Sonnewalder Abwasserfrage favorisiert worden. Nach heftigem Widerstand der Sonnewalder räumte der WAV der Stadt Sonnewalde mehrfach Zeit ein, um selbst für deren Einwohner nach einer wirtschaftlicheren Lösung zu suchen. Ein Austrittsbegehren der Stadt Sonnewalde aus dem Verband ist durch den Landkreis versagt worden, weil die Kommune nicht in der Lage ist, diese Aufgabe selbst zu übernehmen.

Ende 2014 hat die Verbandsversammlung dann beschlossen, die Druckleitung von Sonnewalde nach Lindena baulich umzusetzen - allerdings mit dem Zusatz, wenn die Mitfinanzierung vom Land geklärt ist. Im gleichen Zuge sollte ab 2015 der Beitragssatz für Sonnewalde von 3,50 Euro/m{+2} auf 2,91 Euro/m{+2} sinken (gleiches Niveau wie im Bereich Doberlug-Kirchhain). Ohne Überleitung zum Klärwerk Lindena wäre diese Zusage der Verbandsversammlung hinfällig.