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Abt Nikolaus beginnt zu zweifeln

Ein großes Dankeschön richtet Pfarrer Manfred Grosser nach der Aufführung von "Der letzte Abt von Dobrilugk" an die Mitwirkenden und Helfer.
Ein großes Dankeschön richtet Pfarrer Manfred Grosser nach der Aufführung von "Der letzte Abt von Dobrilugk" an die Mitwirkenden und Helfer. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. "Es bahnen sich Ereignisse an, die keiner von uns überschauen kann", sagt Abt Nikolaus Thieme. "Der Wettlauf um das Kloster Dobrilugk hat längst begonnen. Heike Lehmann

" Am Donnerstagabend werden die Besucher in der Klosterkirche mitgenommen ins Jahr 1539. Die Thesen von Martin Luther und die Reformationsbewegung haben die Amtsvorgänger von Nikolaus bewogen, dem Kloster den Rücken zu kehren. Und auch Abt Nikolaus quälen Zweifel. Er sorgt sich um die Zukunft des Klosters, das schon Ausstrahlungskraft und Besitzungen verloren hat.

Aufmerksam verfolgen die Gäste - darunter viele Kinder - authentische Klostergeschichte um den letzten Abt von Dobrilugk. Was als knapp zweistündiges musikalisches Schauspiel dargeboten wird, orientiert sich an einer literarischen Vorlage von Margarete Gericke. In "Der Wettlauf auf Kloster Dobrilugk" (Evangelische Verlagsanstalt GmbH, Berlin, 1965) hat sie die Besetzung des Klosters im August 1541, welche zur Säkularisation führte und die Auflösung des Konvents zur Folge hatte, geschildert - nah an den historischen Tatsachen. Margarete Gericke war Ehefrau des Doberluger Pfarrers Dr. Wolfgang Gericke (1961 bis 1979). Deren Enkelin Susanne Ruh überbringt Grüße der Familie und verfolgt die Aufführung.

Das Projekt wurde auf Anregung und Drängen von Karl Trepsdorf, Mitglied im Doberluger Gemeindekirchenrat und Mitorganisator der Klostermusiken, ins Programm zum Reformationsjubiläum aufgenommen und im Rahmen der Kulturreise Elbe-Elster von der Sparkassenstiftung "Zukunft Elbe-Elster-Land" gefördert. Pfarrer Manfred Grosser gesteht: "Es gibt kaum eine Veranstaltung in diesem Jahr, die ich mit so viel Spannung herbeigesehnt habe."

Als Abt Nikolaus agiert Steffen Engelmann, der nach elf Jahren in Baden Württemberg jetzt Berufsschullehrer in Elsterwerda ist. Mathias Lehmann spielt den Pleban Antonius aus Trebbus und Matthias Engelmann den elfjährigen Fischersjungen in Diensten des Abts, der wunderbar wendisch gefärbte Sätze sprechen darf. Die Musik des Abends kommt von den Kantoreien Doberlug und Kirchhain, dem Posaunenchor Kirchhain und dem Musizierkreis Laudate unter Leitung von Helfried Brauer und Kreiskantor Andreas Jaeger. Die Orgel spielt Solveig Lichtenstein aus Herzberg. "Die Musik hat das Stück sehr aufgewertet", sagt Steffen Engelmann. Überzeugend ist auch die Kulisse. Fotos von Arne Kühn zaubern unterschiedlichste Orte in die Kirche. Klasse, wie der Abt und sein Gast "durch das Fester" auf die Kirche blicken.

Der Abend endet mit dem gemeinsam gesungenen Lied "Ein feste Burg ist unser Gott" von Martin Luther sowie dem guten Gefühl bei Akteuren, Förderern und Gästen, dass sich dieser Ausflug ins Jahr 1539 gelohnt hat.