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Abrissbagger vor letztem Akt

Ruhe vor der nächsten und letzten Abrisswelle in der Friedrich-Engels-Straße von Finsterwalde im Karree zwischen der Garten- und der Linienstraße. Nun kann auch das Haus Linienstraße 4 weichen. Doch zuvor soll der Lastenaufzugsturm der ehemaligen Fensterfabrik fallen, die an das dahinterliegende Haus Linienstraße 4 grenzte. Den Turm vor dem Erwerb des angrenzenden Hauses durch die spk Objektentwicklungsgesellschaft abzureißen, war zu riskant. Foto: gb
Ruhe vor der nächsten und letzten Abrisswelle in der Friedrich-Engels-Straße von Finsterwalde im Karree zwischen der Garten- und der Linienstraße. Nun kann auch das Haus Linienstraße 4 weichen. Doch zuvor soll der Lastenaufzugsturm der ehemaligen Fensterfabrik fallen, die an das dahinterliegende Haus Linienstraße 4 grenzte. Den Turm vor dem Erwerb des angrenzenden Hauses durch die spk Objektentwicklungsgesellschaft abzureißen, war zu riskant. Foto: gb FOTO: gb
Finsterwalde. Der Dienstag war ein wichtiger, ja wohl ein entscheidender Termin für das Bauprojekt der Sparkassentochter Spk Objektentwicklungsgesellschaft mbH in der Friedrich-Engels-Straße von Finsterwalde. Um im Karree zwischen Linien- und Gartenstraße die geplanten 14 Eigentumswohnungen schaffen zu können, war erst mit der Zwangsversteigerung des Grundstückes Linienstraße 4 das Gesamtkonzept umsetzbar. Gabi Böttcher

Die Versteigerung ist über die Bühne gegangen. "Jetzt sind wir einfach froh, dass wir es haben. Jetzt kann das Projekt umgesetzt werden, wie im Bebauungsplan vorgesehen", kommentiert Marcus Kockel, Geschäftsführer der SpK Objektentwicklungsgesellschaft, den Stand der Dinge seit Wochenmitte. Details zur überstandenen Zitterpartie will er nicht nennen.

In den nächsten vier Wochen soll das Haus Linienstraße 4 abgerissen sein. Zuvor hat der Voreigentümer noch Gelegenheit, das Innere zu beräumen. Es ist von gut 20 Kubikmetern Hausmüll die Rede.

Frank Eichstädt, Geschäftsführer des gleichnamigen Bauunternehmens aus Doberlug-Kirchhain, hat als Generalübernehmer das Abrissunternehmen SBR aus Görlitz gebunden, das noch vor dem Hausabriss den jetzt noch daran grenzenden ehemaligen Teil eines Lastenaufzugschachtes der ehemaligen Fensterfabrik zu beseitigen hat. Das werde mithilfe eines Kranauslegers geschehen, der den Schacht in Richtung des Baufeldes zieht. Geplant ist dieser Akt für Dienstag kommender Woche.

Wie schon bei den Abrissarbeiten zuvor, wird den Bauleuten ein äußerst sensibles Vorgehen abverlangt. Das unmittelbar angrenzende Haus von Andreas Bethge in der Linienstraße ist wie ein rohes Ei zu behandeln. Frank Eichstädt: "Wir haben in der vorigen Woche ein Beweissicherungsgutachten besprochen. Sollte es wider Erwarten Schäden am Haus von Herrn Bethge geben, dann ist das die Grundlage." Der erfahrene Bauunternehmer hat jedoch ein gutes Gefühl, dass alles glatt geht. Durch langfristiges Kommunizieren sei ein Vertrauensverhältnis zum Nachbarn aufgebaut worden. Von der Sparkasse gebe es sogar die Bereitschaft, den Giebel des Nachbarhauses zu sanieren. Für Ende August/Anfang September werde nun die Baugenehmigung erwartet. Marcus Kockel ist zuversichtlich, dass es damit reibungslos klappen werde, da der Bauantrag bereits seit Mai eingereicht und parallel daran gearbeitet worden sei.

Die Finsterwalder Stadtverordneten hatten in ihrer April-Sitzung einstimmig grünes Licht für die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens für das Häuserkarree in der Friedrich-Engels-Straße gegeben. Die Kosten für dieses Verfahren übernahm die SpK. Dem dazu notwendigen Abschluss eines städtebaulichen Vertrages stimmten die Stadtverordneten ebenfalls einvernehmlich zu. Ende Juni hatten die Abgeordneten schließlich ebenfalls einvernehmlich grünes Licht für den Bebauungsplan gegeben. Nach den Entwürfen des Finsterwalder Architekten Torsten Hensel sollen die 14 Eigentumswohnungen nicht in der früheren historischen Häuserflucht, sondern nach hinten gerückt in insgesamt sechs 2-Familien-Häusern entstehen. Im rückwärtigen Bereich sollen sie durch eine private Verkehrsfläche erschlossen werden. Frank Eichstädt freut sich auf die Aufgabe: "Hier haben wir es mit einer interessanten Baustruktur zu tun, die es so in Finsterwalde noch nicht gibt." Im dritten Quartel nächsten Jahres könnten die Häuser mit einem ersten und zweiten Geschoss sowie 60 bis 135 Quadratmeter großen Wohnungen fertig sein. Vorausgesetzt, die Baugenehmigung erfolgt spätestens im September.