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| 17:08 Uhr

Kommunalpolitik
Abgesang auf das Klärwerk in Münchhausen?

Sonnewalde. Die Diskussion um die Abwasserentsorgung hält Sonnewalde weiter in Atem. Jetzt wollen die Stadtverordneten ihren bisherigen Konfrontationskurs gegen den WAV aufgeben. Von Heike Lehmann

Die Sonnewalder Stadtverordneten wollen in ihrer Sitzung am Mittwoch, 26. September, im Ortsteil Kleinkrausnik wichtige Beschlüsse zur künftigen Abwasserentsorgung der Stadt fassen – besser gesagt: aufheben. Verabschieden will man sich von der Strategie, die Sonnewalder Abwasserfrage künftig in die eigene Hand zu nehmen, deshalb abwasserseitig aus dem Wasser- und Abwasserverband Westniederlausitz (WAV) auszutreten – wofür der Landkreis Elbe-Elster wenig Erfolg in Aussicht gestellt hatte – und weiter am Klärwerk Münchhausen festzuhalten. Diese drei Beschlüsse von 2013 stehen zur Aufhebung an.

Mehrheitliche Meinung unter den Mitgliedern vom Ausschuss Trink- und Abwasser Ende August war, dem zu folgen. Hintergrund: Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft hat dem WAV bei Gesprächen zur geplanten Fusion der Städte Finsterwalde und Sonnewalde eine bis zu 70-prozentige Förderung der Abwässer ins Klärwerk Lindena in Aussicht gestellt. Weiteren Vorarbeiten würde aber der separate Weg der Sonnewalder widersprechen.

Zur Erinnerung: Nach dem Statusbericht Abwasser von 2012 hatte der Wasser- und Abwasserverband beabsichtigt, die marode Kläranlage in Münchhausen zu schließen und die Sonnewalder Abwässer nach Lindena überzuleiten. Dabei war erklärtes Ziel, im Verband spätestens ab 2017 ein einheitliches Gebühren- und Beitragsgebiet zu erreichen. Auch aus Sicht des Landes war dies seinerzeit die einzige förderfähige Lösung. Aber die Sonnewalder misstrauten dem und suchten mit mehreren Gutachten nach einer wirtschaftlicheren Variante. Was dabei ins Land ging, war wertvolle Zeit.

Der jetzige Richtungswechsel stößt allerdings in Teilen der Einwohnerschaft auf Unverständnis. So warnt Vilma Niclas über die sozialen Medien wiederholt die Einwohner: „Das Brandenburger Innenministerium und das Umweltministerium wollen erneut an Euren Geldbeutel!“ Sie spricht von einer überteuerten kilometerlangen Überleitung der Abwässer nach Lindena, die Sonnewalder und Finsterwalder nach der Städtfusion mit Umlagen bezahlen sollen.

Beim WAV heißt die technologische Umsetzung der Überleitung, die in der Erde liegenden Sonnewalder Abwasserleitungen zu nutzen und das Netz umzudrehen. Einzelne Abschnitte müssten optimiert und einige Pumpwerke erneuert werden. Wirklich zusätzlich gebaut werden sollen lediglich 1940 Meter Druckleitung.

Die Sitzung der Stadtverordneten beginnt am Mittwoch, 26.September, um 19Uhr im „Dorfkrug“ Gaststätte Neubert, Ortsteil Kleinkrausnik.