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Kommunales
Streit um papierlose Arbeitsweise

Doberlug-Kirchhain. Doberlug-Kirchhainer Abgeordnete wollen beides: Elektronik und Papier. Heike Lehmann

„Ich bin gegen die papierlose Arbeitsweise“, hat der Stadtverordnete Klaus Rippe (WBU-LUN) in der jüngsten Sitzung kein Blatt vor den Mund genommen. Hintergrund ist das neue elektronische Ratsinformationssystem – derzeit in der Testphase. Die Umstellung soll zum 1. Januar 2018 erfolgen. Es wurde Geld investiert und das System installiert, um letztlich Kosten und Personal einzusparen. Schulungsangebote mit Olaf Quitter, Sachbearbeiter Technikunterstützte Informationsverarbeitung im Rathaus, wurden nur zögerlich wahrgenommen. Rippe sagte: „Wir wollten damit unsere Arbeit verbessern. Aber bei uns gehen zu viele E-Mails hin und her und es wird zu wenig geredet. Ich spreche mit der Verwaltung und komme dann auch zu einem Ergebnis.“

Lutz Kilian, Fraktionschef SPD/FDP, erklärte: „Wir haben keinen Beschluss für papierlose Abgeordnetentätigkeit gefasst. Wir wollen auch weiterhin Papier haben.“ Karla Pohl (Linke), dienstälteste Stadtverordnete in Doberlug-Kirchhain, sprach sich für „das neue System“ aus, auch wenn es für sie „persönlich eine ganz schöne Umstellung“ wird. Sie vertraue aber auf die zugesagte Hilfe von der Stadtverwaltung.

Frank Neczkiewicz (WBU-LUN) versuchte, eine Lanze für die neue Arbeitsweise zu brechen: „Seit August sind wir jetzt damit am Start. Vorzüge sind nicht nur das papierlose Arbeiten und die Zeitersparnis. Es soll vor allem mehr Informationen bringen und sicherstellen, dass alle Unterlagen und Anlagen allen Abgeordneten unverzüglich zur Verfügung stehen. Das erleichtert Vertretungen und Recherchen.“ Zudem könnten auch Einwohner in einem öffentlichen Teil die kommunale Arbeit besser verfolgen.

Von Thomas Boxhorn, Fraktionsvorsitzender der CDU, kam schließlich der Vorschlag, dass dem Sitzungsdienst von jedem angezeigt werden sollte, was gewünscht ist: papierlos, Papier oder beides. Jana Lange, Leiterin Zentraler Service, gab zu bedenken, „ob zwei Systeme wirklich wirtschaftlich sind“ und bat, dem System eine Chance zu geben, „dass die Verwaltung auch die Möglichkeit bekommt, einfacher zu arbeiten“.