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Abgebranntes Schloss Sonnewalde entsteht jetzt neu

1947 abgebranntes Sonnewalder Hinterschloss.Sigrid Bardele (r.) und Antje Eichhorn lassen das Sonnewalder auferstehen – mit Pinsel und Farbe.
1947 abgebranntes Sonnewalder Hinterschloss.Sigrid Bardele (r.) und Antje Eichhorn lassen das Sonnewalder auferstehen – mit Pinsel und Farbe. FOTO: Dietmar Seidel
Ein Feuer legte das alte Sonnewalder Schloss des Jahres 1947 kurz vor Weihnachten in Schutt und Asche. Seit dem künden nur noch ein inzwischen mit Grün zugewachsener Schuttberg und einige Kellergewölbe von dem einst gigantischen Bauwerk. Dieser Tage entsteht das Schloss der Grafen Solms zu Sonnenwalde neu. Zumindest als Riesenbild auf eine Holzwand gemalt. Von Dieter Babbe

Seit Mitte Juli wird es für Sigrid Bardehle und Antje Eichhorn fast jeden Abend spät. Beide Frauen sind in der so genannten Kutschenkammer des vom Brand verschonten Vorderschlosses anzutreffen. Wo einst der Graf seine Arbeitspferde eingestallt hatte, hantieren sie mit Pinsel und Farbe. „Nach der Vorlage einer alten Ansichtskarte malen wir die Südseite des Barockschlosses auf sechs große Platten, die zusammen ein 5 x 3,75 Meter großes Bild ergeben werden“ , erklärt Sigrid Bardehle. Dieses Gemälde soll zur Elbe-Elster-Schlösser-Nacht am 8. September aufgestellt sein und eingeweiht werden. „Es wird seinen Platz genau dort haben, wo früher das Schlossportal war, das man sah, wenn man durch den Bogen des Vorderschlosses kam“ , so Sigrid Bardehle: „Diesen Eindruck wollen wir den Besuchern der Schlössernacht wieder vermitteln.“
Dafür schlägt sich die Frau aus Kleinkrausnik, die beruflich in Lübben als Verkäuferin arbeitet, nach einem Zehn-Stunden-Arbeitstag ihre ohnehin knapp bemessene Freizeit um die Ohren. „In der Woche wird es manchmal bis 23 Uhr, am Wochenende arbeiten wir gleich ein paar Stunden am Stück.“ Mit „wir“ meint Sigrid Bardehle auch Antje Eichhorn, die das Malerhandwerk gelernt hat und jetzt in Sonnewalde im Blumengeschäft arbeitet. Noch bevor der erste Pinselstrich gezogen werden konnte, gab es für die Frauen viel Lauferei zu den Ämtern. „Um ein solch großes Bild aufstellen zu können, brauchten wir eine Baugenehmigung, und dazu statische Berechnungen“ , erklären die beiden Künstlerinnen. Inzwischen ist 70 Prozent der Arbeit erledigt - Sigrid Bardehle geht davon aus: „Wir schaffen es bis zur Schlössernacht.“ Die Einweihung wird der einstige Schlossherr Graf Alfred zu Sonnenwalde, der jetzt in Holland lebt, höchst persönlich vornehmen, freut man sich in Sonnewalde.
Der Graf ist auch Mitglied im Schloss -Förderverein, der den Namen „Orgelzentrum Schloss Sonnewalde“ trägt. Dieser Name ist Programm: Aus dem herrschaftlichen Pferdestall, der gegenwärtig als Atelier benutzt wird, soll ein Orgelmuseum entstehen. „In Sonnewalde waren einst zwei Orgelbauer-Familien zu Hause, die Schröthers und die Klaunigks. Jede zweite Orgel der Lausitz stammt aus Sonnewalde“ , unterstreicht Sigrid Bardehle die Bedeutung der Stadt. Mit dem großen Schlossbild will sich der Förderverein erstmals öffentlich machen.

Schlössernacht Am 8. 9. in Sonnewalde
  17 Uhr Einweihung des Schlossbildes
17.30 Uhr Parkführung unter historischem Aspekt
18.15 Uhr Festbeitrag durch die Schule Sonnewalde
18.45 Uhr Abendliches Chorsingen
20 Uhr Nächtliche Lampionwanderung im Schlossgelände mit Spielmannszug
20.30 Uhr barocke Modenschau mit kleinem Feuerwerk
21.30 Uhr Lagerfeuer mit Livemusik
Eintritt frei.