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| 09:26 Uhr

Digitalisierung hat uns im Griff
Ab Sonntag in Finsterwalde: Krieg 3.0

Finsterwalde. Die Friedensdekade 2018 thematisiert die weltweite Gefahr der Eskalation vorhandener Konflikte. Von Heike Lehmann

Die ökumenische Friedensdekade 2018 hat „die Automatisierung und Digitalisierung von Krieg, aber auch unserer Lebenswelt im Fokus“, teilt Markus Melke, Religionspädagoge und Jugendmitarbeiter des Evangelischen Kirchenkreises Niederlausitz, mit.

Los geht es am Sonntag, 11. November, mit einem Gottesdienst um 10 Uhr. Ab 20 Uhr wird zu einem Poetry-Slam-Abend ins KellerCafé eingeladen.

Am Montag, 12. November, heißt es „Fake oder war doch nur Spaß“. Unter diesem Titel bringt das Tournee-Theater Radiks aus Berlin das Thema Cyber-Mobbing und Medienkompetenz auf die Bühne. Ein Stück, das betroffen macht und zur Zivilcourage aufruft. Die siebzehnjährige Lea möchte unbedingt, wie ihre früh verstorbene Mutter, Schauspielerin werden. Bei ihrem Vater ruft das wenig Begeisterung hervor, dafür teilt ihre beste Freundin Nadine mit Lea diesen Traum. Als beide sich bei einer Casting-Agentur vorstellen und Nadine im Gegensatz zu Lea abgelehnt wird, beginnt Nadine aus Missgunst, Lea im Freundeskreis zu denunzieren. In diversen Netzwerk-Portalen ist Lea schutzlos üblen Attacken ihrer Mitschüler ausgesetzt. Aus eigener Kraft kann sich Lea nicht mehr gegen die Verleumdungen und Beleidigungen wehren.

Das Theaterstück lässt es zu, sich in Lea hineinzuversetzen. Die gespielten Dialoge werden dazu immer wieder von kurzen Passagen unterbrochen, in denen, mit Hilfe von Kommentaren der Schauspieler, über das Gezeigte reflektiert werden kann.

Für Mittwoch, 14. November, konnten zwei Kabarettisten der Distel Berlin engagiert werden. Mit ihrem Programm „Wir haben genug“ werden sicherlich die Lachmuskeln der Besucher strapaziert.  Amerika dreht am Rad, die Türken drehen das Rad zurück und Nordkoreas Besitzer Kim hat eins ab. Schade. Und wir? Wir leben im „besten Deutschland aller Zeiten“ (Stiftung Warentest: Es waren 48 Deutschländer im Test). Finanzkrise? Längst vergessen! Flüchtlinge? Alles Ärzte! Neue Schulden? Die schwarze Null steht wie ’ne Eins! Wohlstand für alle, wir haben genug: Steuereinnahmen, Arbeitsplätze, Körperfett. Deutschland steht auf Kuschelkurs.

Henning Ruwe und Martin Valenske haben genug davon: Wo sind die Streitthemen und wichtigen Debatten hin? Wer nimmt die Ängste der versorgten Bürger noch ernst? Davon gibt’s ja auch genug. Zeit für Kabarett zur Lage der Nation. Die zwei Kabarettisten begeben sich auf eine etwas andere Reise durch Deutschland. Valenske und Ruwe legen den Finger in die Wunde und salzen bei Bedarf nochmal nach. Klassisches Kabarett trifft auf modernes Stand-Up.

Am Donnerstag, 15. November, wird Stephan Lindner von NGO Attac – das ist eine Bildungsbewegung mit 90 000 Mitgliedern in 50 Ländern – das Thema: „Drohnen Krieg und Cyber War – die Bedrohung 3.0“ aufgreifen. Die Art der Kriegsführung hat sich verändert, genauso wie unser Leben in den letzten hundert Jahren. Es braucht keine großen Armeen mehr, um andere Nationen anzugreifen. Wir sind in einer Digitalen und automatisierten Welt angekommen. Drohnen fliegen über unsere Köpfe, überwachen uns und andere und töten ohne Gerichtsurteil, ohne Kriegserklärung, nur mit Hilfe von Daten und Algorithmen. Ganze Wirtschaften und Versorgungssyteme können durch einen Cyberangriff lahmgelegt werden. Der „Krieg 3.0“ oder der Film „Terminator“ scheinen Wirklichkeit geworden zu sein. Stephan Lindner wird einen spannenden Vortrag halten und mit den Besuchern ins Gespräch kommen.

Schließlich Freitag, 16. November: Zur traditionellen Peace-Party wird es mit zwei regionalen Bands laut im Jugendkeller.

Am Samstag, 17. November findet der 2. ökumenische Familientag ab 15 Uhr in der Arche statt. Die  katholische und evangelische Gemeinden haben ein Nachmittagsprogramm für Familien vorbereitet.

Die ökumenische Friedensdekade endet am Sonntag, 18. November. Pfarrer Markus Herrbruck und die „Fidel Kids“ der Kreismusikschule Gebrüder Graun unter Leitung von Philine Jobst werden gemeinsam einen musikalischen Gottesdienst „Himmelaufwärts“ gestalten.