"Rückkehren und dableiben" war der Titel eines Werkstattgespräches vorige Woche in der Finsterwalder Arche. Mit diesem ersten in einer neuen Reihe von Werkstattgesprächen setzte der Verein "Generationen gehen gemeinsam" sein Dialog-Angebot über eine zukunftsfähige Lausitz fort.

Als Gast berichtete Ariane Böttcher über die Erfolgsgeschichte einer im April 2013 in der Uckermark eröffneten Willkommensagentur, die vom Wachstumskern Schwedt und dem Land Brandenburg finanziert wird. 134 Erwachsene und deren Familien habe die Agentur bisher auf ihrem Weg zurück in die Uckermark begleitet. Die dabei gesammelten Erfahrungen seien mittlerweile bis in die alten Bundesländer gefragt. Ein Problem sei es jedoch auch in der Uckermark, eine dauerhafte Finanzierung für die Agentur zu sichern.

Auch von den Erfahrungen der für das ganze Land Mecklenburg-Vorpommern agierenden Agentur "mv4you" war in Finsterwalde zu hören. Seit zehn Jahren gestaltet "mc4you" aktiv Willkommenskultur in Mecklenburg-Vorpommern mit.

Stephanie Auras als Initiatorin der zunächst privaten Rückkehrerinitiative Comeback Elbe-Elster hält Koordinierungsstellen für Rückkehrer in jedem Landkreis für sinnvoll - angelehnt an die Struktur des Netzwerkes "Gesunde Kinder". Mit der jüngst geborenen Idee eines Heimatladens als Dreh- und Angelpunkt soll ein ganzes Willkommenspaket für Finsterwalde und darüber hinaus möglichst für den ganzen Landkreis entwickelt werden. Im Laden - möglichst im Zentrum der Sängerstadt - sollen alle Aktivitäten für Rückkehrer sichtbar werden und zusammenlaufen. Hier sollen auch kreative Köpfe mit kreativen Produkten ein Schaufenster finden, die sich keinen eigenen Laden leisten können. "Wir wollen auf keinen Fall eine Konkurrenz zu etablierten Geschäften aufbauen, sondern Partner für Menschen mit Kleingewerbe sein", so Stephanie Auras.

Warum eine solche Idee nicht während des Sängerfestes im kommenden Jahr erstmals auf Praxistauglichkeit testen? Nach dem Vorbild der in Großstädten wie Berlin bekannten sogenannten Pop up stores, von Geschäften also, die für eine begrenzte Zeit öffnen. Während des Sängerfestes, wenn erfahrungsgemäß viele ausgewanderte Einheimische den Weg nach Finsterwalde finden, könnte ein solcher Laden nach der Vision von Stephanie Auras ein idealer Anlaufpunkt für potenzielle Rückkehrer sein.

So wie es ein breites Interesse dafür gibt, dass qualifizierte Fachkräfte mit ihren Familien zurück in die Heimat kommen, so könnte sich die Unterstützung für den Heimatladen auf breite Schultern verteilen. Im Moment zumindest nach den Vorstellungen im Verein "Generationen gehen gemeinsam".