Insgesamt 15 Springer waren nach Lichterfeld gekommen und blieben, fasziniert von der Anlage, gleich noch am Sonntag.

„Hier könnte man uns eine Dauergenehmigung ausstellen, so cool ist das“, schwärmte Jürgen Mühling, Extremsportler aus Fehrbellin und Organisator des Auftritts. Und dabei bleibt jeder Sprung etwas Besonderes, auch für Mühling, der schon 9500 Fallschirmsprünge und 860 Base-Jumps von Brücken, Felsen, Hochhäusern und Windrädern hinter sich hat. Und deshalb ist das „Glück ab!“, der Gruß der Jumper, auch mehr als ein Lippenbekenntnis.

„Ein Kick? Das Wort hasse ich wie die Pest“, sagt sein Kollege Jürgen Brath aus Berlin. Denn jeder Sprung will gut durchdacht sein. Gut 50 aktive Objektspringer gibt es deutschlandweit. Gast in Lichterfeld war auch die Französin Justin Edde, die schon 300 Fallschirm- und 100 Base-Jump hinter sich hat. „Die F 60 ist eine super Location, weil unten genügend Platz ist“, erläutert der Berliner und die Französin nickt eifrig. Sie lässt sich sogar rückwärts von der Brücke fallen. Gesprungen wird mit einem PCA – Pilot Chute Assistent –, also einem kleinen Schirm, der unmittelbar nach dem Absprung weggeworfen wird und der dann den größeren Schirm aus der Verpackung zieht und öffnet.

Etwa eine Sekunde fliegt der Springer im freien Fall, gut zehn Sekunden hängt er dann bis zur Landung am großen Schirm. „Diese Momente empfinde ich jedes Mal als große innere Freude“, so Jürgen Brath. Die Base-Jumper haben in Lichterfeld zwei Absprungmöglichkeiten genutzt, entweder sitzend vom Geländer oder mit Anlauf vom Dach des Aussichtsraums.

Während für die Base-Jumper die Zuschauerkulisse eher nebensächlich war, hätten die Veranstalter gern mehr als die etwa 7000 Gäste gezählt. War es die instabile Wetterlage oder doch der parallel stattfindende 20. Peter-und-Paul-Markt in Senftenberg, der etwa 10 000 Gäste angezogen hat? André Speri und die Vertreter der LMBV hatten schon vor den Besuchertagen auf diese „unglückliche Dopplung“ hingewiesen, die aber nicht mehr zu ändern gewesen sei. Speri freute sich dennoch über viele neue Gäste, vor allem aus Sachsen. Und er wolle die Freitagsmacher, die Musikschule sowie die Band Marble Cake und Graeme Lockhart, unbedingt noch einmal an der F 60 auftreten lassen.