(dr) „Neue und etablierte Ideen für das Zusammenleben in Gesellschaften zu sammeln und zu diskutieren“ – so fasst Max Bohm die Idee der Städte-Tour der Initiative „Offene Gesellschaft“ zusammen. Bohm leitet das Projekt „In Bewegung“, mit dem die Initiative insgesamt 14 Orte mit einer Ausstellung und einem Veranstaltungsprogramm besucht.

Finsterwalde ist die kleinste Stadt, in der das Projekt „In Bewegung“ Station macht. Dass die Sängerstadt dafür ausgewählt wurde, begründet Franziska Schreiber, die für die Station verantwortlich ist, so: „Finsterwalde ist ein Ort, wo es viel zivilgesellschaftliches Engagement gibt und wo starke Veränderungsprozesse stattfinden. Die werden aber vor allem überregional oft nicht wahrgenommen. Das Bild, das dort entsteht, wird den Bürgern und Bürgerinnen nicht gerecht.“

Schreiber, die seit einem Jahr für die Initiative arbeitet und Projektmanagerin bei der „unabhängigen Denkfabrik“ Adelphi ist, hat aber noch einen anderen Grund, sich besonders für Finsterwalde zu interessieren. „Ich bin in Finsterwalde aufgewachsen und meine Familie wohnt hier“, sagt Schreiber. Dieser Bezug sei natürlich einer der Gründe, aus denen die Wahl auf die Stadt als Station der Tour gefallen sei.

Die Programmgestaltung überlasse man dabei weitgehend den lokalen zivilgesellschaftlichen Akteuren, die sich für ein funktionierendes und tolerantes Miteinander engagieren, so Schreiber und Bohm im Gespräch mit der RUNDSCHAU. In Finsterwalde seien das unter anderem die Caritas, die Diakonie und die DRK Flüchtlingshilfe Brandenburg, aber auch das Kino Weltspiegel und der Miniatur-Motorsport-Verein Fiwa Racers sowie vor allem auch die Stadt Finsterwalde.

Mit dem Programm, das aus diesem Prozess hervorgegangen ist, zeigt sich Franziska Schreiber im Vorfeld sehr zufrieden.

Als Highlights hebt sie drei der Veranstaltungen hervor: Zum einen eine Diskussionsrunde zur Frage „Wie wollen wir arbeiten?“ und zu Zukunftsperspektiven für Existenzgründungen, die von der Nachwuchs-Unternehmer-Vereinigung Neopreneurs organisiert wird (Sonntag 16 Uhr in der Ausstellung auf dem Marktplatz). Zum zweiten nennt Schreiber die Debatte unter anderem mit Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) am Sonntagvormittag (11 Uhr im Rathaus). Und schließlich den „Mitmach-Workshop“, bei dem am Samstagnachmittag ein „Mosaik der Vielfalt“ entworfen und gestaltet wird, das in der Folge der Stadt Finsterwalde geschenkt werden soll.