Und die geht so: Die Finsterwalderin ist arbeitslos und alleinerziehend, bezieht Hartz IV - und hatte Anfang Oktober immer noch kein Geld auf ihrem Konto. Als sie am Dienstag zur Auszahlungsstelle ins Jobcenter ging, um nachzuhaken, bekam Kathrin S. mitgeteilt: „Ihre Akte ist nicht zu finden.“ Um die Akte zu suchen, hatte die betreffende Kollegin aber keine Zeit - „wir sind hier nur zwei Leute“ . Die arbeitslose Frau sollte in zwei Wochen (!) wieder kommen. Doch die junge Mutter eines siebenjährigen Kindes, die auf jeden Euro angewiesen ist, ließ sich nicht abwimmeln, blieb hartnäckig - und bekam gestern einen Termin. Bei einer anderen Kollegin. Von der ist sie mit den Worten begrüßt worden: „Bitte keine Fragen stellen, ich weiß auch nicht wo die Akte ist.“ Wenigstens ihr Geld hat Kathrin S. am Donnerstag bekommen. „Man kommt sich erniedrigt und wie ein Bettler vor“ , so empfindet es die gelernte Glasschleiferin, die mit zwei Umschulungen seit langem eine Arbeit sucht. Was das Job-Center auf RUNDSCHAU-Nachfrage zu dem Vorfall sagt? Gestern war in der Behörde kein Ansprechpartner erreichbar.