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Neujahrsempfang mit Bürgerehrung
900 Menschen Handballspielen gelehrt

Matthias Belig (M.), seit 1973 Handball-Übungsleiter in Doberlug-Kirchhain, ist von Bürgermeister Bodo Broszinski als „Verdienstvoller Bürger der Stadt“ geehrt worden. Die Laudatio hielt Thomas Boxhorn, Vorsitzender vom VfB Doberlug-Kirchhain und CDU-Fraktionschef der Stadtverordneten.
Matthias Belig (M.), seit 1973 Handball-Übungsleiter in Doberlug-Kirchhain, ist von Bürgermeister Bodo Broszinski als „Verdienstvoller Bürger der Stadt“ geehrt worden. Die Laudatio hielt Thomas Boxhorn, Vorsitzender vom VfB Doberlug-Kirchhain und CDU-Fraktionschef der Stadtverordneten. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Spürbar unangenehm war Matthias Belig, dass er beim Neujahrsempfang der Stadt Doberlug-Kirchhain im Mittelpunkt stand. Er wurde als „Verdienstvoller Bürger der Stadt“ geehrt – zurecht. Matthias Belig hat 900 Menschen das Handballspielen gelehrt. Von Heike Lehmann

Viele Schulterklopfer und Umarmungen haben am Freitag bestätigt, dass Matthias Belig die Auszeichnung als „Verdienstvoller Bürger der Stadt“ verdient hat. Seine Bescheidenheit ehrt ihn, aber die Fakten sprechen für sich. „Fast ein halbes Jahrhundert hat Matthias Belig dem Handballsport in der Stadt seinen Stempel aufgedrückt“, begründete Laudator Thomas Boxhorn, worin Beligs Verdienste liegen. Seit 1973 ist er Übungsleiter beim VfB Doberlug-Kirchhain, der früher ASV Doberlug-Kirchhain hieß. In dieser Zeit habe Matthias Belig „900 Personen das Handballspielen beigebracht“, unterstrich der VfB-Vorsitzende. Belig habe seinen Anteil daran, dass 17 Landesmeistertitel und zwei Pokalsiege in die Stadt geholt wurden und dass die A- und die B-Jugend in der Regionalliga spielen. 1987 habe Doberlug-Kirchhain nur um ein Tor knapp die DDR-Meisterschaft verpasst. Von 1992 bis 1998 war die Handballhochburg Landesleistungsstützpunkt. Die Frauen-Mannschaft, das Vorzeigeteam vom VfB, steht momentan an der Tabellenspitze und holt Teams aus Oranienburg, Frankfurt (Oder) und Cottbus in das vergleichsweise kleine Doberlug-Kirchhain.

Beligs Verdienste waren auch bei den Stadtverordneten unumstritten. Einstimmig haben sie dieser Ehrung zugestimmt. Damit hat sich der langjährige Handball-Übungsleiter auch im Goldenen Buch der Stadt verewigen dürfen.

Viele Vertreter des gesellschaftlichen Lebens aus Politik, Unternehmen, Vereinen und Institutionen waren der Einladung zum gemeinsamen Neujahrsempfang der Stadt Doberlug-Kirchhain und der HIL GmbH, Werk Doberlug-Kirchhain gefolgt. Unter ihnen der einzige Ehrenbürger von Doberlug-KIrchhain, Pfarrer i.R. Rainer Schröder, und die beiden FDP-Bundestagsabgeordneten Linda Teuteberg und Martin Neumann, die mit ihrer Teilnahme wohl dem wiedergewählten FDP-Bürgermeister Bodo Broszinski die Ehre erwiesen. Der beschränkte sich in seiner Ansprache überwiegend auf Fakten aus dem Jahr 2017 und für 2018. So würden die Schlüsselzuweisungen vom Land 2018 erstmals nicht steigen, sondern um 370 000 Euro sinken, so das Stadtoberhaupt. „Die Kreisumlage ist zwar prozentual gesunken, aber absolut gestiegen“, zählte Broszinski weiter auf. Dank der Konjunktur blieben aber die Gewerbesteuereinnahmen auf dem Niveau von 2017. Impulse für den ausgedünnten Fachkräftemarkt erhofft sich der Bürgermeister sowohl von der 2018 wieder anstehenden Gewerbeschau in der Stadt und von der Ausbildungsmesse des Landkreises, die zum 3. Mal in der Kloster- und Gerberstadt stattfinden wird.

Bei den Kinderbetreuungsplätzen stößt die Stadt, die etwa 60 neue Erdenbürger jährlich begrüßen kann, zunehmend an ihre Grenzen, machte Broszinski einen Schwerpunkt für 2018 aus. Bis zu 520 000 Euro sollen – so auch die Fördermittel fließen – in drei Kitas der Stadt investiert werden.

„Größtes Investitionsobjekt im Jahr 2017 war nicht das Schloss oder das historische Areal“, lenkte Broszinski auf den Bahnstreckenausbau Berlin-Dresden hin. Mit 420 000 Euro war die Kommune per gesetzlicher Drittelung der Gesamtkosten mit im Boot. „So werden die Kommunen zum Ko-Finanzierer der Deutschen Bahn“, sagte Broszinski. 170 000 Euro kamen den freiwilligen Feuerwehren zugute.

HIL-Werkleiter Peter Beuckmann sagte: „Das Jahr 2017 war eine echte Herausforderung.“ Das Abgabeverfahren an einen neuen Betreiber laufe seit 2016. Im November 2017 erfolgte die Ausschreibung. Aus seiner Sicht, so Beuckmann, werde das Verfahren wohl erst 2020 beendet sein. Das sorge für Unsicherheiten. „Es gibt aber den deutlichen Willen, den Standort zu erhalten und Arbeitsplätze auszubauen“, so der Werkleiter. Neun neue Mitarbeiter wurden im vergangenen Jahr eingestellt, weitere werden 2018 folgen.

Bianka Sebischka-Klaus, Vorsitzende vom DRK-Kreisverband Lausitz, und Vertreter vom DRK-Ortsverband Doberlug-Kirchhain gratulierten Bürgermeister Bodo Broszinski zu seiner Wiederwahl.
Bianka Sebischka-Klaus, Vorsitzende vom DRK-Kreisverband Lausitz, und Vertreter vom DRK-Ortsverband Doberlug-Kirchhain gratulierten Bürgermeister Bodo Broszinski zu seiner Wiederwahl. FOTO: Heike Lehmann
Der Neujahrsempfang von Stadt und HIL-Werk war sehr gut besucht.
Der Neujahrsempfang von Stadt und HIL-Werk war sehr gut besucht. FOTO: Heike Lehmann