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| 15:05 Uhr

Rentner verbrennt Abfall im Garten
73-Jähriger will Feuerwehr mit Mistgabel vertreiben

Der 73-Jährige drohte mit Gewalt, um das Löschen seines Feuers zu verhindern.
Der 73-Jährige drohte mit Gewalt, um das Löschen seines Feuers zu verhindern. FOTO: Fotolia
Finsterwalde. Immer öfter werden Feuerwehrleute und Polizisten bei ihren Einsätzen behindert oder gar attackiert. So bedrohte ein Rentner in Doberlug-Kirchhain Feuerwehrleute mit einer Mistgabel. Von Verena Ufer

Weil ein Mann auf seinem Grundstück Unrat verbrannte, musste am Donnerstagabend 19.30 Uhr die freiwillige Feuerwehr nach Nexdorf, ein Ortsteil Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster), ausrücken. Denn seit 2007 ist es in Brandenburg verboten, Abfall, der oft auch Schadstoffe enthält, im Garten zu verbrennen. Der 73-Jährige, der Matratzen und Holz angezündet hatte, wollte allerdings nicht, dass sein Feuer gelöscht wird, wie die Polizeidirektion Süd in Cottbus mitteilte. Er bedrohte die Einsatzkräfte der Feuerwehr daher mit einer Mistgabel, um sie am Löschen zu hindern. „Erst nach eindringlichen Gesprächen der Polizei mit dem 73-Jährigen legte er die Mistgabel nieder“, hieß es im Polizeibericht.

Die Berichte über Gewalt gegenüber Sicherheitskräften nehmen zu. 24 419 Fälle von „Widerstandshandlungen gegen die Staatsgewalt“ erfasste das Bundeskriminalamt (BKA) in seinem aktuellen Lagebild „Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte“ für das Jahr 2017. Brandenburg und Sachsen liegen verglichen mit anderen Bundesländern im Mittelfeld. Gemessen an der Zahl der Einwohner haben die Stadtstaaten deutlich höhere Fallzahlen. In Brandenburg gab es laut BKA 2017 exakt 811 Fälle von Widerstand gegen Polizeibeamte, 18 mehr als im Vorjahr. In Sachsen ging die Zahl um 124 auf 1046 zurück.

Die Palette der Gewalttaten gegen Polizisten reicht von Drohungen und Nötigung über Körperverletzungen bis zum Mord.

Nicht enthalten in der BKA-Statistik sind Rettungskräfte der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes und der Rettungsdienste. Laut Bundeskriminalamt waren im Jahr 2014 bundesweit 222 Rettungskräfte attackiert worden. In den darauffolgenden Jahren waren jeweils rund 280 ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter von Rettungsdiensten betroffen. Im Frühjahr 2017 hatte der Bundestag einen neuen Straftatbestand beschlossen, der ihrem Schutz dienen soll.

Auch in der Region werden Rettungskräfte werden öfter öfter durch Gaffer behindert und sogar handgreiflich attackiert. Zum Beispiel berichtete die Plizeidirektion Süd im Juni von einem Vorfall in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz). Dort hatten zwei alkoholisierte 38- und 39-Jährige nachts massiv die Erste-Hilfe-Maßnahmen von Rettungskräften behindert. „Die Männer schlugen mit Fäusten gegen die Karosserie des Rettungswagens und drohten Gewalt an“, hieß es damals weiter im Polizeibericht.