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| 12:37 Uhr

60 volle Bücherkisten helfen Menschen in Not

Finsterwalde. Die Tage werden kürzer und was kann man abends besser machen, als in den Fernseher zu gucken? Antwort bei vielen: Bücher lesen. Die ideale Fundgrube ist dafür der alljährliche Bücherbasar der Lausitzer Rundschau mit der Aktion „Wir helfen“. Immer vor Weihnachten spenden die Menschen gerne und einmal im Jahr kann man die Suche nach Büchern und das Spenden miteinander verbinden – wie letzten Sonnabend wieder. Von Liza Winzer

Zum ersten Mal fand der Bücherbasar im Haus der Diakonie in der Brunnenstraße statt – ein Experiment, da dort auch die Bücher eingelagert werden. Bereits in den Tagen davor wurden die Pforten geöffnet und Bücher, CDs und Schallplatten aus der Bevölkerung dankend entgegengenommen. Dann ging es an den Aufbau des Basars. Bereits am Donnerstag packte Helga Wolf von der Diakonie und Mitglied im Spendenbeirat von „Wir helfen“ mit einem Praktikanten etwa 60 Bücherkisten. Der Basar konnte am Sonnabend pünktlich um 10 Uhr beginnen. Schon vorher kamen die ersten Leute, um die besten Bücher für einen Euro zu erstehen und damit etwas Gutes zu tun. Stefanie Holfeld, die früher bei der Caritas arbeitete und heute ihr Rentnerdasein genießt, kassierte den ganzen Tag ab, während Helga Wolf die ausgewählten Bücher entgegennahm. Beide zusammen kümmerten sich freundlich um die Besucher und halfen, wo es nur geht. „Es ist sehr kalt, aber dadurch, dass so viele Leute hier sind, machen wir uns ja warm“, lachte Helga Wolf. Bis zur letzten Bücherkiste vorzudringen schien manchmal unmöglich, da der Andrang vor allem am Anfang sehr groß war. Viele waren nach einem Bücherschnäppchen aus, wie Kochbücher, Bücher über den Garten, Romane und sogar russische Bücher waren sehr gefragt. Wie zum Beispiel Corinna Tzitschke aus Finsterwalde. Sie besuchte zum ersten Mal den "Wir helfen"-Bücherbasar, von dem sie aus der Zeitung erfuhr. „Eigentlich bin ich wegen dem guten Zweck hier, aber ich wollte halt auch so einmal stöbern und gucken, ob ich was Tolles finde. Ich habe auch schon ein Gartenbuch für jemanden als Geschenk gefunden“, erzählte sie. Auch wenn sie selbst nicht mit so einem Andrang gerechnet hatte, kämpfte sie sich durch die Menschen, durchstöberte alle Kisten und ging letztendlich zufrieden mit zwei Büchern und einem Video aus dem Haus der Diakonie. Wolfgang Schuchardt aus Finsterwalde besuchte auch den Basar, aber er hatte einen etwas anderen Grund: „Ich habe gehofft, Bücher wiederzufinden, die ich früher ein mal verborgt habe und nie wieder bekam. Es hat sogar geklappt. Zwei Bücher habe ich gefunden“, berichtete er und zeigte zwei seiner insgesamt sechs Bücher. Auch er war das erste Mal bei der „Wir helfen“-Spendenaktion dabei. „Sonst musste ich immer arbeiten, aber dieses Jahr hat es endlich geklappt und ich kann nach Büchern suchen. Dass man dabei spendet, das ist natürlich ein positiver Nebeneffekt.“ Stefan Helemann hingegen war nicht das erste Mal dabei. „Ich suche in jedem Jahr hier nach interessanten Büchern, allerdings nichts Bestimmtes. Ich gucke und blättere, und wenn mir etwas gefällt, dann nehme ich es halt mit. Ich finde es gut, dass man Bücher kaufen kann und gleichzeitig spendet.“ Kurz vor 15 Uhr ging der letzte Besucher beim "Wir helfen"-Buchbasar. In den fast fünf Stunden wurden damit 488 Euro eingenommen. Helga Wolf: „Dafür, dass der Buchbasar in diesem Jahr nicht beim Weihnachtsmarkt stattfand, wie in den letzten Jahren, und für die kurze Zeit haben wir uns sehr über die Einnahmen gefreut.“ Geld, das jetzt Menschen zugute kommt, die unverschuldet in Not geraten sind.