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50 Jahre – und immer noch närrisch

Das Bild täuscht: Sonnewaldes Karneval ist kein Stück gebrechlich. Nur: Die "Alten Schachteln" muss der Verein immer schön hegen und pflegen.
Das Bild täuscht: Sonnewaldes Karneval ist kein Stück gebrechlich. Nur: Die "Alten Schachteln" muss der Verein immer schön hegen und pflegen. FOTO: ikk1
Sonnewalde. Wenn die fünfte Jahreszeit anbricht, befindet sich auch Sonnewalde im Ausnahmezustand. Weit über die Grenzen des Städtchens hinweg ist bekannt, dass dort eine der Hochburgen des Faschings zu Hause ist und das seit nunmehr fünfzig Jahren. Ivonne Kommolk / ikk1

Die ehemalige Diskothek Manhattan war auch am vergangenen Samstag wieder Besuchermagnet für die vielen schunkel- und tanzfreudigen Karnevalsliebhaber. Sie feierten mit dem Reiter-Carnevals-Club das goldene Jubiläum.

Was 1967 als Fasching der Reiter begann, reifte in den vergangenen Jahrzehnten zu einer professionellen Karnevalsveranstaltung für Jung und Alt. Der Verein zählt inzwischen mehr als 130 Mitglieder, 110 davon sah man am letzten Samstag auf der Bühne. Gut ein Drittel davon sind Kinder, sie bekommen das "Karnevalsgen" von ihren Eltern meist mit in die Wiege gelegt. So stehen alle Generationen auf der Bühne - angefangen mit den Kinderfunken, den Frechen Früchtchen und den großen Funken. Diese werden dann zu den "Tollen Tussis" und noch später zu den "Alten Schachteln". Nicht zu vergessen ist das stets beliebte und von der Damenwelt heiß begehrte Männerballett.

Anlässlich des 50. Geburtstages gab es in diesem Jahr sogar noch eine zweite Männertanzgruppe. Hier zeigten ehemalige Ballettherren, dass sie durchaus noch in der Lage sind, mit ihren Tanzeinlagen den Saal zum Kochen zu bringen. Abgesehen von glänzenden und packenden tänzerischen Darbietungen der verschiedenen Gruppen, war das Programm mit viel Humor gespickt. Besonders beliebt waren die Sketche von Carola Rose und Piet Freitag, beide unverzichtbare Urgesteine des Sonnewalder Karnevals. Mit seiner unvergleichlichen Bühnenpräsenz führte Piet Freitag auch durch das etwa dreistündige Programm. Unterstützt wurde er durch das Prinzenpaar Doreen und Matthias Muth und natürlich den Vorsitzenden des Elferrates, Thomas Galle. Dieser hatte nach zwanzigjähriger Präsidentschaft des RCC die Geschicke des Vereins nach der letzten Karnevalssaison an Oliver Hahn abgegeben. "Ich denke, zwanzig Jahre reichen. Ich bin ja nach wie vor Vorsitzender des Elferrates und noch voll im Verein aktiv. Aber es tat schon gut, die Verantwortlichkeiten zu teilen. Unsere Vorstellungen sind immer etwas Besonderes und werden von Jahr professioneller. Da ist es nur richtig, Posten aufzuteilen. Besonders froh sind wir, dass wir von der Stadt diese Räumlichkeiten mieten können. Das geht immer völlig problemlos. Seit 1995 machen wir unsere Veranstaltungen nun dauerhaft hier, und egal, welchen Bürgermeister Sonnewalde hatte, das hat hier immer alles reibungslos geklappt", sagt Thomas Galle.

Vom Karneval wollen nach der Saison erstmal alle Organisatoren für ein paar Wochen nichts wissen, aber dann: "Nach dem Karneval ist vor dem Karneval. Bald gehen die Vorbereitungen für die nächste Saison los", erklärt Oliver Hahn.

Die Zuschauer sind begeistert von der Veranstaltung. Peggy Schellenberg aus Trebbus ist mit ihrem Mann Daniel hier: "Wir sind in jedem Jahr dabei und sehen uns meist alle Veranstaltungen an. Wir waren schon beim Umzug, beim Rentnerkarneval und Rosenmontag kommen wir auch wieder her. Unsere Tochter Fiona tanzt hier mit beim Kinder-Showballett und ist total stolz darauf, dabei sein zu können. Ich muss den Trainern wirklich ein großes Lob aussprechen, die machen das so toll mit den Kindern und die Organisation und Absprachen klappen einfach super", freut sich Peggy Schellenberg.

Soviel Lob kann nur noch mehr Ansporn sein. Am 11.11. wird der Verein in Massen bei der Fahnenweihe dabei sein und dann heißt es wieder "Sonnewalde Gelle!"