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| 19:50 Uhr

Schau der Langohren
40 Züchter mit 279 Rassekaninchen

Die Zuchtgemeinschaft bilden Christa und Werner Richter mit ihrer Tochter Heike Hübsch.
Die Zuchtgemeinschaft bilden Christa und Werner Richter mit ihrer Tochter Heike Hübsch. FOTO: LR / Falko Krische-Dedek
Doberlug-Kirchhain. Elbe-Elster-Kreisschau in Doberlug-Kirchhain belegt: Es ist ein Hobby mit Verantwortung. Von Silvia Dedek

Der Rassekaninchenzüchterverein D 136 Doberlug-Kirchhain veranstaltete am vergangenen Wochenende in Doberlug-Kirchhain die 26. Elbe-Elster-Kreisschau. Unter der Schirmherrschaft von Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) stellten 40 Züchter 279 Rassekaninchen vor, die von fachkompetenten Preisrichtern begutachtet und bewertet wurden. Doberlug-Kirchhains stellvertretender Bürgermeister Fred Richter würdigte das Engagement des Vereins und zollte den Mitgliedern für die Vereinsschau Respekt.

„Über solche Vereinsschauen können wir die Leute ansprechen, und es gelingt uns mitunter sogar, neue Mitglieder zu werben.“ erklärte der Vereinsvorsitzende Manfred Rambow. „Wir haben im Moment bei 24 Mitgliedern drei Nachwuchszüchter, von denen einige jahrelang unsere Ausstellungen besucht haben, ehe sie sich dann für dieses Hobby entschlossen haben.“

Einer dieser Nachwuchszüchter ist Max Gracjalna, der seit Anfang des Jahres 2017 dabei ist. Bereits sein Opa hatte Kaninchen und er interessiert sich sehr für Tiere. So wurde die Kaninchenzucht zu seinem Hobby. „Ich habe etwa 20 Kaninchen der Rassen Castor Rex und Rote Farbenzwerge zu Hause. Ich kümmere mich um das Füttern und Ausmisten und mache sie auch für die Schau fertig. Dann muss das Fell gekämmt werden, die Krallen sind zu verschneiden, man muss die Tiere wiegen und die Ohrlänge messen. Bei der Schau hier bin ich für das Futter für die teilnehmenden Tiere verantwortlich“, erklärt der Zwölfjährige.

„Kaninchenzucht ist ein zeitintensives, aber sehr sinnvolles Hobby, das das Verantwortungsbewusstsein von Kindern fördert kann“, konstatiert Werner Richter, der erfahrenste Kaninchenzüchter des Vereins, der diesem Hobby bereits seit 1970 nachgeht und selbst viele Jahre Vereinsvorsitzender war. „Für mich ist es ein beruhigender Ausgleich, der auch Stress abbaut. Man muss sich allerdings gut organisieren. Zusammen mit meiner Tochter Heike Hübsch sind wir eine Zuchtgemeinschaft, da kann man sich absprechen, wenn einer in den Urlaub fährt. Betreibt man das Hobby als Einzelner ist das schon schwieriger.“ Für sein langjähriges Engagement erhielt Werner Richter im Rahmen der Kreisschau die Goldene Ehrennadel des Landesverbandes durch den Kreisvorsitzenden und Landeszuchtwart Bernd Dörschel, der der Zuchtgemeinschaft Richter/Hübsch außerdem für die Lohkaninchen schwarz den Landesverbandsehrenpreis überreichte.

Die Kreisschau bot gleichzeitig Anlass, das 110jährige Vereinsbestehen des Rassekaninchenzüchtervereins D136 Doberlug-Kirchhain zu feiern. „Wir wünschen uns natürlich immer mehr Nachwuchs, wie alle Vereine. Aber neben dem Zeitaufwand ist die Kaninchenzucht inzwischen auch manchmal eine finanzielle Frage geworden.“ erklärt Alfred Rambow. „Wegen neuer Krankheiten, wie der Chinaseuche RHD2, müssen wir unsere Bestände kostenintensiv impfen lassen, wenn wir sie schützen wollen. Auch der heiße Sommer ist an uns nicht spurlos vorbei gegangen. Es fehlte an Grünfutter für die Tiere. Außerdem gelten seit dem 1. Oktober 2018 auch in der Kaninchenzucht neue, europaweite Standards, die wir beispielsweise bei solch einer Schau beachten müssen. Darum sind wir froh, dass wir noch Nachwuchs haben.“ – Ein Nachwuchs noch dazu, der sich auch im Rahmen der Vereinsschau engagiert und als Züchter erfolgreich ist. Max Gracjalna erhielt einen Pokal des Kreisverbandes für seine Castor-Rex-Kaninchen und wurde damit Sieger bei den Jugendzüchtern.

Der Kreisvorsitzende Bernd Dörschel (l.), Doberlug-Kirchhains Vize-Bürgermeister Fred Richter (Mitte) und Vereinschef Alfred Rambow zeigen den Landesverbandsehrenpreis und den Bürgermeisterpokal.
Der Kreisvorsitzende Bernd Dörschel (l.), Doberlug-Kirchhains Vize-Bürgermeister Fred Richter (Mitte) und Vereinschef Alfred Rambow zeigen den Landesverbandsehrenpreis und den Bürgermeisterpokal. FOTO: LR / Falko Krische-Dedek