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35 Jahre Tierpark Finsterwalde Er wäscht nicht – er fühlt!

Finsterwalde.. Um den Waschbär kreist ein Irrglaube: Der Name stammt nicht von seinen Essgewohnheiten. „Es ist nicht richtig, dass er seine Nahrung erst wäscht und dann frisst. Er taucht die Nahrung zwar ins Wasser ein, aber dabei befühlt er sie. Er tastet sie regelrecht ab“ , klärt Joachim Wilhelm, der Finsterwalder Tierpark-Chef, auf. Lisa Winzer


Von Südkanada bis Mittelamerika, Russland und Europa - fast überall ist der Allesfresser beheimatet. Damit ist er auch in der Lausitz längst kein unbekanntes Tier mehr. „In Crinitz gibt es schon Waschbären. Den ersten Waschbären in Finsterwalde haben wir Ende Mai gefangen.“ Ein Schäferhund hatte das Tier auf einen Kirschbaum gescheucht und den Baum dann bewacht. „Im Moment ist der Waschbär in Quarantäne. Uns käme er gelegen, denn wir haben ein Weibchen im Tierpark und der neue Waschbär ist ein Männchen“ , erklärt Wilhelm. „1934 wurden die ersten Waschbären in Deutschland ausgesetzt. Heute dringen sie immer weiter in besiedeltes Gebiet vor. Denn in Städten und Dörfern ist Nahrungssuche für sie kein Problem. Dadurch, dass der Waschbär ein Allesfresser ist, sind Mülleimer ein gefundenes Fressen für ihn. Außerdem hat er bei uns wenig natürliche Feinde. Wölfe und Bären sind ja nicht gerade stark vertreten.“
Im Finsterwalder Tierpark gibt es Waschbären, die bis zu 15 Jahre alt werden können, schon eine ganze Weile: „Eigentlich haben wir Waschbären schon immer“ , lacht Joachim Wilhelm.
Wenn der kleine Waschbär mit der so genannten Gesichtsmaske und den fast schon niedlichen Tatzen mal nicht auf einen Kirschbaum flüchtet, dann verschläft er den ganzen Tag. „Nachts wird dann gefressen. In der kalten Jahreszeit aber ist er wesentlich weniger aktiv.“
Das Holz im Gehege der achtjährigen Waschbär-Dame dient dem Unterschlupf. „Die Tiere sind sehr scheu und wollen sich auch mal verstecken. Aber zur Not kann er auch mal zubeißen.“