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3000 Jahre alte Funde

Kai Schirmer zeigt Leichenbrand von einem Jahrtausende alten Grab. Kleines Foto: eine freigelegte Grabstelle mit Urne und Beigefäßen.
Kai Schirmer zeigt Leichenbrand von einem Jahrtausende alten Grab. Kleines Foto: eine freigelegte Grabstelle mit Urne und Beigefäßen. FOTO: eine freigelegte Grabstelle mit Urne und Beigefäßen. Fotos (2): Heike Lehmann/Dieke
Doberlug-Kirchhain. Eine große Überraschung ist es nicht, was die Archäologen an der Berg-Grundschule in dieser Woche freigelegt haben. Ein bronzezeitliches Gräberfeld war an dieser Stelle unschwer zu vermuten. Heike Lehmann

"Wenn wir über das Freigelände der Schule schauen, sehen wir noch gut erkennbare Grabhügel. Wir befinden uns hier im Bereich einer jungbronzezeitlichen Kultur, die in etwa die Zeit von 1200 vor Christus bis 800 nach Christus umfasst", sagt Kai Schirmer. "Die freigelegten Gräber sind also etwa 3000 Jahre alt."

Was für eine gute Gelegenheit für anschaulichen Geschichtsunterricht! Am Donnerstagmittag haben Schüler der Klasse 6b den Archäologen über die Schulter geschaut. Seit einer reichlichen Woche sind Dirk Friebe, Sven Güntherberg und Grabungsleiter Kai Schirmer von der Firma Altum - Archäologie und Denkmalpflege, einem Berliner Fachunternehmen für Boden- und Baudenkmalpflege, mit der Sicherung der Grabstellen und geborgenen Scherben befasst. "Vermutlich haben wir auch zwei Ustrine gefunden", verrät Kai Schirmer. Ustrine sind Verbrennungsplätze für Verstorbene, meist in Verbindung mit einem Gräberfeld oder einem sonstigen Bestattungsplatz. Die Scheiterhaufenplätze wurden von verschiedenen Kulturen der Ur- und Frühgeschichte genutzt.

Die Gräber liegen nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche. "Wir haben den Oberboden von der Baufirma entfernen lassen und sofort Gräber festgestellt", so Schirmer. Vermutlich seien viele von ihnen bei früheren Planierarbeiten schon gekappt und damit stark zerstört worden. Die gefundenen Reste der Urnen und Beigefäße kommen nach Wünsdorf ins Archäologische Landesmuseum.