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| 16:55 Uhr

Einmalig in Brandenburg
2019: Erstmals Verkehrserziehung in allen Kitas des Elbe-Elster-Landes

Auch Holmar Zeisbrich ist ein leidenschaftlicher und bei den Kita-Kindern beliebter Verkehrserzieher. Hier beim Kindertag im Finsterwalder Tierpark.
Auch Holmar Zeisbrich ist ein leidenschaftlicher und bei den Kita-Kindern beliebter Verkehrserzieher. Hier beim Kindertag im Finsterwalder Tierpark. FOTO: Dieter Babbe
Finsterwalde. Die Kreisverkehrswacht will ein neues Programm für Langzeitarbeitslose nutzen – und sucht Hilfe bei Kommunen.

Im kommenden Jahr will die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster erstmals in allen 81 Kitas des Landkreises Verkehrserziehung anbieten. Dazu sind die Verkehrswächter seit Monaten mit den Kommunen und mit dem Job-Center im Gespräch. „Unser Ziel ist es, vor allem jene Kinder zu erreichen, die im nächsten Jahr in die Schule kommen, um sie gut auf ihren ersten Schulweg vorzubereiten“, erklärt Dieter Babbe, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster.

Unterstützt wird das im Land Brandenburg bisher einzigartige Projekt vom Job-Center Elbe-Elster, das zwei sehr engagierten Langzeitarbeitslosen im Verein die Möglichkeit gibt, mehr als 900 Kinder im Landkreis in die Verkehrserziehung einzubeziehen. Möglich wird das Vorhaben durch das neue Teilhabechancengesetz, das der Bundestag erst am 9. November zur besseren Unterstützung von Langzeitarbeitslosen beschlossen hat. Dieses Gesetz sieht vor, dass Jobs über fünf Jahre gefördert werden, wobei der staatliche Zuschuss zu den Lohnkosten ab dem dritten Jahr jedes Jahr um zehn Prozent sinkt.

Vorstandsmitglieder der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster sind derzeit mit den Bürgermeistern und Amtsdirektoren im Gespräch, mit dem Ziel, die Finanzierungslücke zur staatlichen Förderung aus den Haushalten jener Kommunen zu schließen, die Kindertagesstätten haben.

„Seit Wochen schon besuchen wir nacheinander alle Verwaltungen im Kreis und legen hier entsprechende Vereinbarungen mit der Bitte um finanzielle Unterstützung vor. Pro Kind und Jahr handelt es sich um einen Betrag von 20 Euro. Bei fast allen Bürgermeistern und Amtsdirektoren ist das Anliegen begrüßt worden. Es gab Bürgermeister und Amtsdirektoren, die diese Vereinbarung sogar sofort unterschrieben haben“, erklärt Dieter Babbe. Auf die Kommunen kommen je nach ihrer Größe damit jährliche Kosten zwischen 2520 Euro in Finsterwalde, wo es mehr als 120 Kinder betrifft, und 600 Euro in der Stadt Schönewalde zu, wo 30 künftige Schulanfänger im kommenden Jahr einbezogen werden. Auf den Weg gebracht haben das neue Projekt zur Verkehrserziehung in allen Kitas neben dem Job-Center insbesondere Rainer Genilke, der Präsidenten der Landesverkehrswacht Brandenburg, und Roland Neumann, der Beigeordnete beim Landkreis Elbe-Elster.

„Das hervorragende Angebot der Kreisverkehrswacht Elbe- Elster entlässt nicht die Eltern von ihrer Verantwortung zur Verkehrserziehung. Ganz im Gegenteil: Die Verkehrswacht will dabei professioneller Ratgeber bei der Verkehrserziehung unserer Jüngsten sein, auf die Gefahren des zukünftigen Schulweges aufmerksam machen und Hilfen geben, nicht den schnellsten, sondern den sichersten Schulweg zu wählen und zu üben. Dabei sollen praktische Hilfestellungen beim Überqueren der Straße geübt und viele weitere Themen den Schulweg betreffend, wie zum Beispiel die Gefahr durch den toten Winkel bei der Begegnung von Fußgängern mit einem Lkw, vertieft werden“, erklärt Rainer Genilke.

Unsere Schulanfänger seien die mit Abstand gefährdetsten Verkehrsteilnehmer, verweist der aus Finsterwalde stammende Präsident der Landesverkehrswacht. „Ich kann nur hoffen, dass die 20 Euro pro Kind keine Kommune davon abhält, das Angebot der Verkehrswacht anzunehmen. Unser aller Ziel muss es sein, kein Kind im Straßenverkehr als Opfer zu beklagen. Ein ambitioniertes Ziel, wenn man bedenkt, dass wir 2017 immerhin 29 259 verletzte und 61 im Straßenverkehr getötete Kinder in Deutschland zu beklagen hatten. Hinter jedem Opfer steht ein Schicksal. Tun wir alles, um dies für unser Wertvollstes, was wir haben, zu verhindern. Jedes einzelne Kind ist es wert“, so Genilke.

(dbe)