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| 02:37 Uhr

20 Jahre Artistik, Tanz und Sport

Akrobatik und Tanz versteht das ArTaS-Ensemble perfekt zu vereinen. Auch zur Jubiläumsfeier war das wieder zu sehen.
Akrobatik und Tanz versteht das ArTaS-Ensemble perfekt zu vereinen. Auch zur Jubiläumsfeier war das wieder zu sehen. FOTO: ikk1
Dollenchen. Was die Finsterwalder ArTaS-Kinder anlässlich ihres 20. Vereinsjubiläums dem Publikum bieten, kann sich sehen lassen. Sie hängen sich im Spagat an eine Leiter, gehen auf Kugeln spazieren, machen aus dem Stand Überschläge oder lassen sich kopfüber auf Händen tragen. So geschehen am Samstag in Dollenchen, der Wiege des Artistik- und Tanzsportvereins Finsterwalde. Yvonne Kommolk / ikk1

"Ich war 15, als ich mit meinen Eltern nach Dollenchen zog. Ich hatte zuvor bei Dynamo Forst im Kultur- und Sportensemble getanzt und wollte das gerne fortführen. Aber so eine Tanzsportgruppe gab es hier nicht", erzählt Anett Simmen, heute eine deutschlandweit gefragte Theater-Choreografin und Regisseurin. "Ich bin dann zu den Nachbarkindern gegangen und hab gefragt, ob sie nicht Lust hätten auf ein bisschen Sport, Akrobatik oder Tanzen. Und so fingen wir 1990 zu viert an."

Die ersten Auftritte hatten sie im Gasthof Stuckatz, sie haben vorgetanzt, wenn dort Reisebusse vorfuhren. Schnell interessierten sich immer mehr Kinder für diese Sportgruppe, die Simmen anleitete, und so wurde 1993 ein Verein gegründet.

"Weißt Du noch, wie wir trainiert haben? Mit Handschuh, Mütze und Schal, weil in der Übungshalle keine Heizung war", amüsieren sich die beiden ehemaligen Mitglieder Juliane Bräutigam, die früher Wagner hieß, und Stefanie Hellriegel, ehemals John. Beide waren fast zehn Jahre zusammen beim Verein, der sie bis heute prägt: "Das war die beste Beschäftigung, die man als Kind haben konnte", sagt Juliane Bräutigam, und Stefanie Hellriegel, die heute selbst Tanztrainerin in Berlin ist, ergänzt: "Wir haben gelernt, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Die Großen haben auf die Kleinen aufgepasst. Wir haben einander Zöpfe geflochten, waren zusammen in Feriencamps und hatten ein unglaubliches Gemeinschaftsgefühl. Und wie stolz wir waren, wenn wir auf der Bühne standen und die Leute nur für uns geklatscht haben. Keine Ahnung, wie Anett das geschafft hat, aber wir sind immer alle und vor allem gern zum Training gekommen, mehrmals in der Woche und am Wochenende."

Groß war der Schock, als Anett Simmen sich dann von den Kindern zum Studium verabschiedet hat. "Aber wir haben weitergemacht", sagt Monika Böttger, selbst von 2000 bis 2009 im Verein tätig. Sie hat danach drei Jahre die Kleinen trainiert und immer wieder neue Trainer rangeholt. Jetzt gestaltet sie die Ferienfreizeit mit den ArTaS-Kindern und kümmert sich vor allem um die Chronik des Vereins. Eine ganze Flut von Berichten und Fotos will sie hier zu einer Buchform ins Reine bringen. Ein Vorgeschmack an Bildern war am vergangenen Samstag in einer Ausstellung in der Dollenchener "Alten Mühle" zu bekommen.

Auch die zum Teil selbst genähten Kostüme der Auftritte vergangener Jahre konnte man hier bewundern. Finanziert werden sie mit Auftrittsgeldern und Spenden. "Außerdem haben wir seit 2006 die Wohnungsgenossenschaft Finsterwalde als Hauptsponsor. Sie übernimmt die monatlichen Trainerkosten. Und wenn große Veranstaltungen anstehen, wie der heutige Geburtstag oder die Sängerfeste, dann gehen wir noch gezielt auf die Suche nach weiteren Sponsoren", berichtet Susanne Hoffarth, Vorstandsvorsitzende von ArTaS.

Die neue Trainerin des Vereins ist seit 2012 Mandy Stecher, die ihre Erfahrungen als Aerobiclehrerin und Kindersportanimateurin beim Auftritt am vergangenen Samstag erfolgreich unter Beweis stellen konnte. Gemeinsam mit Anett Simmen, die die Choreografie und Regie für die Aufführung übernahm, und dem TSC Sportensemble Elsterwerda gelang den Kindern und Jugendlichen ein durchweg unterhaltungsgeladener Abend.

Monika Böttger vor der Bilderwand.
Monika Böttger vor der Bilderwand. FOTO: ikk1