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| 01:05 Uhr

19-Jähriger steht mit 59 Straftaten vor der Anklage

Elbe-Elster-Kreis.. Die Liste der Straftaten ist lang und „geht quer durchs Strafgesetzbuch“ , beschreibt Pressesprecherin Ines Filohn vom Polizeischutzbereich Elbe-Elster das, was ein junger Mann, der erst 1984 geboren wurde, vermutlich auf dem Kerbholz hat. Von Heidrun Seidel

Die Kriminalisten aus Herzberg und die des Jugendkommissariats Elbe-Elster kennen den jungen Mann seit etlichen Jahren. „Schon mit 13 hat er seine ersten Straftaten begangen“ , erinnert sich Kriminalhauptmeister Uwe Taubert. Und von da an habe die kriminelle Karriere des Jungen, der aus einem intakten Elternhaus kommt, ihren Lauf genommen.

Menschen verunsichert
Laubeneinbrüche, Einbrüche in Han-dy-Shops, Fahrrad- und Motorraddiebstähle, Autoknacks werden ihm angelastet - und so ganz ohne körperliche Gewalt gegen andere lief all das wohl auch nicht ab.
„Diese Taten haben“ , weiß Taubert, „schon für Unruhe in der Herzberger und Schliebener Ecke gesorgt.“ Die Autohändler waren sauer, die Bürger beunruhigt - das Gefühl der Unsicherheit, ja sogar der Angst lag über der kleinen Stadt und der angrenzenden Region. Zwar konnte der junge Mann kleinerer Delikte überführt und mit Erziehungsmaßnahmen belegt werden, aber das wurde seiner kriminellen Karriere weder gerecht, noch bremste es sie. Über lange Zeit reichten die Beweise nicht, die vor Gericht Bestand gehabt hätten, „und wir konnten seiner nicht im vollen Umfang habhaft werden“ , begründet Klaus Dietz, Leiter des Jugendkommissariats, die lange Zeit, in der der junge Mann gemeinsam mit vier anderen mutmaßlichen Tätern munter eingebrochen, geklaut und verhökert haben soll. Immerhin reicht die nun von Polizeikommissar Heiko Glatz zum Abschluss der Ermittlungen zusammengestellte und der Staatsanwaltschaft übergebene Liste der dem jungen Mann angelasteten Straftaten bis 1998 zurück, und sie enthält neben den Einbrüchen und Diebstählen auch Hehlerei, Versicherungsbetrug, Körperverletzung als Anklagepunkte - die vom Gericht zu bewerten sind, ehe aus einem mutmaßlichen ein verurteilter Täter wird.
„In den Vernehmungen“ , so Glatz, „hat er selbst zur Aufklärung beigetragen, die Straftaten zugegeben und mit solchen Details beschrieben, die nur ein Täter wissen kann.“

Mildes Urteil?
Ob das die Richter milde stimmt, wird sich zeigen. Klaus Dietz und Heiko Glatz vom Jugendkommissariat, die mit ihren Kollegen derzeit 129 jugendliche Intensivtäter - das sind Früchtchen mit mehr als zehn unabhängig voneinander begangenen Straftaten - im Blick haben, wissen, dass ihren mühseligen Ermittlungen nicht immer harte Strafen folgen. Manchmal ärgert sie das. Doch schließlich respektieren sie die Sicht der Justiz, die Jugendliche nicht völlig ins soziale Abseits schicken, sondern ihnen eine neue Chance geben will. Manchmal aber, wissen sie, sind auch deutliche und vor allem schnelle Reaktionen der Gesellschaft dafür nötig, dass eine neue Chance auch wirklich genutzt wird.