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| 12:28 Uhr

Hunderte Jobs fallen weg
Endspurt für Sicherheitsbereitschaft im Kraftwerk Jänschwalde

Mit einem eigenen Projektteam bereitet sich die Leag seit etwa drei Jahren auf die ab 1. Oktober beginnende Sicherheitsbereitschaft am Block F des Kraftwerkes Jänschwalde vor.
Mit einem eigenen Projektteam bereitet sich die Leag seit etwa drei Jahren auf die ab 1. Oktober beginnende Sicherheitsbereitschaft am Block F des Kraftwerkes Jänschwalde vor. FOTO: Frank Hilbert
Cottbus. Am ersten Oktober geht der erste von zwei 500-Megawatt-Blöcken im Kraftwerk Jänschwalde in die von der Bundesregierung beschlossene Sicherheitsbereitschaft. Der Schritt kostet hunderte Jobs und ist technisch anspruchsvoll. Von Simone Wendler

Seit fast drei Jahren bereiten sich die Lausitzer Kraftwerker auf diesen Tag vor. Am ersten Oktober geht der jüngste von sechs 500 MW-Blöcken im Kraftwerk Jänschwalde des Energiekonzerns Leag in eine bundesweite Sicherheitsbereitschaft. Ein Jahr später folgt ein zweiter 500-MW-Block des Kraftwerkes. Bundesweit wird von 2016 bis 2019 eine Kapazität von insgesamt 2700 MW in Braunkohle-Kraftwerken in diese Bereitschaft versetzt.

Die Anlagen müssen dazu in einen technischen Zustand gebracht werden, dass sie bei entsprechender Anforderung innerhalb von zehn Tagen startbereit und 24 Stunden später mit voller Leistung am Netz sind. Am Mittwoch erläuterten Vertreter des Kraftwerkseigentümers Leag, mit welch enormem technischen Aufwand diese Bereithaltung der Anlagen verbunden ist. Hunderte Kilometer Wasserrohr in den Kesseln müssen beispielsweise konserviert, Tausende Ventile, Pumpen und elektronische Steuerungsanlagen betriebsbereit gehalten werden.

Die Anlagen verbleiben für vier Jahre in dem Bereitschaftszustand, dann werden sie endgültig stillgelegt. Die Leag wird für diese Bereithaltung entschädigt. Verbunden ist die Sicherheitsbereitschaft nach Auskunft von Leag-Chef Helmar Rendez mit dem Verlust hunderter Jobs. Im Kraftwerk und Tagebaubetrieb fielen durch die Sicherheitsreserve 600 Jobs weg, die über vorgezogene Renteneintritte abgebaut werden. „Wir benötigen dann aber auch weniger Instandhaltungsleistungen“, so Rendez. Dadurch würden bei Zulieferern und Servicefirmen etwa eintausend weitere Jobs verloren gehen.

Der Leag-Chef bezeichnete es als „bitteren Moment“, wenn Anfang Oktober der Block F aus dem regulären Betrieb ausscheide. Mit 30 Jahren Laufzeit sei es der jüngste Block des Kraftwerkes. Die Entscheidung für diesen Block sei aus technischen Gründen gefallen, weil er am leichtesten auszukoppeln und im Bereitschaftszustand zu sichern sei.