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Zweiter Kraftakt auf dem Dach

Bauanlaufberatung in dieser Woche für den zweiten Abschnitt der Dachsanierung an der Catharina-Kirche in Elsterwerda.
Bauanlaufberatung in dieser Woche für den zweiten Abschnitt der Dachsanierung an der Catharina-Kirche in Elsterwerda. FOTO: Manfred Feller
Elsterwerda. Die nächste evangelische Kirche wird alsbald abschließend so baulich gesichert sein, dass sie auch die nächsten 100 und mehr Jahre das Stadtbild von Elsterwerda prägen wird. Die Kirchengemeinde macht die drei sprichwörtlichen Kreuze, dass nun der zweite Abschnitt der Dachsanierung beginnen kann. Manfred Feller

In dieser Woche war Bauanlaufberatung.

Hinter den Verantwortlichen um Klaus Schmidtchen, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, und Silke Hauptvogel, Vorsitzende des Bauausschusses der Kirchgemeinde, liegt mit der Finanzierung ein hartes Stück Arbeit. Mit Eigenmitteln der Gemeinde, dem Kirchenkreis Bad Liebenwerda, der die Hauptlast trage, und der Landeskirche sei es gelungen, das zweite stattliche Finanzierungspaket über erneut 450 000 Euro zu schnüren. Damit soll unter anderem die zweite Dachhälfte der Kirche saniert werden.

Die Bauabnahme des ersten Teils ist gerade über die Bühne gegangen. Bis auf den erst nachträglich installierten neuen Blitzschutz sei alles in Ordnung gewesen. "Die Handwerksfirmen haben eine gute Arbeit hingelegt", stellt Bauleiterin Ilona Sommerfeld vom Büro Angelis & Partner aus Herzberg fest. Dies betreffe insbesondere die Zimmerer und Maurer, die die meiste Arbeit hatten.

Und so geht es weiter: In der nächsten Woche wird das große Gerüst umgestellt. Anschließend wird die zweite Dachhälfte abgedeckt. Auch dort gilt es, in aufwendiger Arbeit die verfaulten Balkenköpfe zu entfernen und durch neue zu ersetzen. Das Holz ist im Bereich der Mauerschwelle derart morsch, dass irgendwann die Statik des gewaltigen Spitzdaches ins Wanken geraten wäre. Der Austausch ist absolut notwendig. Die Mauerschwellen, das sind jene flach auf dem Mauerwerk aufliegenden Balken, müssen gar wegen des Schwammbefalls komplett gewechselt werden.

Die Feuchtigkeit hat auch dem Mauerwerk darunter zugesetzt. Das Gesims ist je nach Zustand abzutragen und neu aufzumauern. Der Zeitplan ist anspruchsvoll. "Wir müssen im Dezember fertig werden", hat Bauleiterin Ilona Sommerfeld den Winter fest im Blick.

Je nach Temperatur werden dann oder erst im Frühjahr die Arbeiten im Kirchenschiff beginnen. Weil auch die Köpfe der Deckenbalken ausgetauscht wurden und werden, wird die Decke am Ende ringsherum geöffnet sein. Offen sei noch, ob die Randbereiche geschlossen werden oder ob es effektiver ist, die Decke ganz zu erneuern.

Die Innenarbeiten verantwortet die freie Restauratorin Susann Wilhelm aus Torgau. Sie wird an der Decke nicht nur den Stuck wieder ziehen, sondern hat im oberen Bereich auch Wasser- und Schwammschäden an den Wänden festgestellt. Offensichtlich haben die Handwerker einst am Übergang von Mauerwerk zu Dach hinsichtlich Bauweise, Feuchtigkeitsableitung und Belüftung ganz schön gepfuscht.

Jedenfalls muss der Putz bis zu eineinhalb Meter unterhalb der Decke abgeschlagen und das Mauerwerk injiziert werden. Dabei wird ein Schwammsperrmittel hineingepresst. Die alternative Wärmebehandlung käme deutlich teurer.

"Wenn alles fertig ist, wird Eröffnung gefeiert", verspricht Silke Hauptvogel. Die nächsten Projekte sind dann die Fassadensanierung und ein neuer Anstrich.