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| 02:37 Uhr

Zwei Frauen, bei denen Sie sich trauen dürfen

Die Standesbeamtinnen der Kurstadtregion: Antje Reichel und Katja Wegeleben (r.).
Die Standesbeamtinnen der Kurstadtregion: Antje Reichel und Katja Wegeleben (r.). FOTO: Frank Claus
Bad Liebenwerda. Die vier Städte der Kurstadtregion – Bad Liebenwerda, Falkenberg, Mühlberg und Uebigau-Wahrenbrück – haben seit 1. Januar nur noch ein Standesamt – und zwar in Bad Liebenwerda. Frank Claus

Die Orte, an denen geheiratet werden kann, bleiben jedoch auch nach der Fusion unverändert. Es sind die Rathäuser in Bad Liebenwerda und Falkenberg, das restaurierte ehemalige Torhaus im Klosterbereich in Mühlberg, das Schloss Uebigau sowie die Kitzbüheler Stuben und der Kiebitz in Falkenberg. Bald soll das Graun-Zentrum in Wahrenbrück dazukommen.

In Bad Liebenwerda werden künftig alle "behördlichen Formalitäten" vor der Hochzeit erledigt. Darum kümmern sich die Standesbeamtinnen Katja Wegeleben (41), die vorher in der Stadt Uebigau-Wahrenbrück beschäftigt war, und Antje Reichel (32), die bereits im Standesamt in Bad Liebenwerda gearbeitet hat.

Doch die Aufgaben eines Standesamtes sind viel umfangreicher, umfassen auch die Erfassung von Sterbefällen, Hausgeburten, Namenserklärungen und das Ausstellen von sogenannten "Personenstandsfällen", wie Geburts- oder Eheurkunden, wenn die zum Beispiel nicht mehr auffindbar sind.

Ein Standesamt hat vor einer Trauung auch zu prüfen, ob die Hochzeit überhaupt zulässig ist - zum Beispiel, ob beide Partner volljährig sind und nicht noch in anderen Eheverhältnissen leben.

Katja Wegeleben und Antje Reichel werden künftig in allen Traulokalitäten der Kurstadtregion trauen, haben allerdings auch festgelegte Vertreter, wenn es doch mal zu eng werden sollte. In Bad Liebenwerda hat zum Beispiel Bürgermeister Thomas Richter die Befähigung zu trauen.

In den vier Städten haben sich im vergangenen Jahr insgesamt 94 Paare das Jawort gegeben. Lebenspartnerschaften gleichgeschlechtlicher Paare sind in der Region selten, "aber ein bis zwei gibt es jährlich", so Antje Reichel.

Für dieses Jahr haben sich zu den markanten Terminen 1.7. 2017 und 7.7.2017 bereits jeweils drei Paare angemeldet, "ansonsten sind die Monate von Juli bis September die Lieblingshochzeitszeit", sagt Katja Wegeleben.

Wann sie ihre erste Trauung im Trauzimmer des Bad Liebenwerdaer Rathauses vollziehen wird, weiß sie noch nicht. "Da bin ich ehrlich auch ein bisschen aufgeregt. Jede Traulokalität hat etwas Besonderes", sagt sie.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass im Bereich der Kurstadtregion mit insgesamt etwa 26 000 Einwohnern im vergangenen Jahr 198 Sterbefälle zu verzeichnen waren.