Von Frank Claus

Es gibt sie, die außergewöhnlichen Kunsthandwerker in Elbe-Elster. Einmal im Jahr gehört auch die Gärtnerei Winde in Schönborn dazu. Ab Anfang Oktober trifft man Gundula und Rüdiger Winde eher selten in den Gewächshäusern an. Dann haben sie sich verkrochen – in einen Wirtschaftsraum der Gärtnerei. Meist bis in die späten Abendstunden. Wer in diesen Tagen dort die Tür öffnet, kommt ins Staunen.

Der Fußboden der Werkstatt steht voller kleiner Kunstwerke. Es duftet nach Tannengrün und Moos. Elemente aus Stroh, Holz und getrockneten Blumen liegen bereit. Die Heißluftpistole steht auf der Werkbank.

Es sind alles Unikate und alle sind handgefertigt: In der Gärtnerei Winde in Schönborn bereiten Gundula und Rüdiger Winde mit ihren Mitarbeitern fast 80 unterschiedliche Gestecke in der hauseigenen Werkstatt vor. Diese Muster werden bei der Grabschmuckausstellung am 26. und 27. Oktober ausgestellt, und Kunden können danach ihren Wunschschmuck für die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen und Freunde bestellen. In diesem Jahr liegen Blau- und Gelbtöne im Trend. „Blaue Rosen“, die sind der Renner, sagt Rüdiger Winde. Ungebrochen nachgefragt sind die Gestecke mit violettfarbenen Elementen. Die Petroltöne werden immer beliebter.

„Wir sind anders“, sagt Rüdiger Winde. Herkömmliche Gestecke, wie inzwischen auch in Supermärkten erhältlich, gibt es in dieser Gärtnerei nicht. „Immer mehr Menschen möchten individuellen Grabschmuck, wollen einmal im Jahr was ganz Besonderes auf den Gräbern ihrer Lieben.“

Windes lieben diese Kreativität. Im Umgang mit den Materialien und in den Gestaltungsformen. Die Gärtnerei ist durch die immer wieder neuen Formen und die verwendeten Materialien von der Kokosnussschale bis zum außergewöhnlichen Wurzelholz bekannt. In diesem Jahr ist die Blüte der Protea, auch als Zuckerbusch bekannt und Nationalblume in Afrika, Hingucker auf den Gestecken.

Das 13. Jahr in Folge gibt es an beiden Tagen des Wochenendes jeweils bis 16 Uhr diese Ausstellung. „Auch da geht der Trend immer mehr zu individuellen Gestecken –  egal, ob nun für das Wohnzimmer, den Hauseingang oder als Kranz auf dem Tisch oder an der Decke in Geschäftsräumen. Wir wollen zeigen, was möglich ist und fertigen Unikate als Wunsch“, erzählt Gundula Winde, während ihre Hände am Tannengrün zupfen. Und sie verrät: „Blau wird auch im Advent immer beliebter.“ Rüdiger Winde beeilt sich zu sagen: „Als Farbe natürlich“, und lacht.