ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 21:40 Uhr

Zeitreise
Zurück ins 16. Jahrhundert

Die Grafik (digitale Malerei) zitiert Tizians berühmtes Gemälde von Kaiser Karl V. nach der Schlacht bei Mühlberg 1547 und verbindet den Sieger über den sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich I. von Sachsen mit der Propstei in Mühlberg, in der sich das neue Museum des Landkreises Elbe-Elster befindet.
Die Grafik (digitale Malerei) zitiert Tizians berühmtes Gemälde von Kaiser Karl V. nach der Schlacht bei Mühlberg 1547 und verbindet den Sieger über den sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich I. von Sachsen mit der Propstei in Mühlberg, in der sich das neue Museum des Landkreises Elbe-Elster befindet. FOTO: Steffen Kazmierczak/Die Piktogra
Mühlberg. Das Museum „Mühlberg 1547“ erinnert an den „Ritt Kaiser Karl V.“, die Reformation und mehr.

„Auch kleine Orte können Geschichte schreiben“, so brachte es Spaniens damaliger Botschafter in Deutschland, Pablo Garcia-Berdoy Cerezo, auf den Punkt. Er kam als Vertreter Spaniens im April 2015 zur Eröffnung des neuen Museums „Mühlberg 1547“, denn im Jahr 1547 schlug der Katholik Karl V., König von Spanien und zugleich Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, in der Schlacht bei Mühlberg mit seinem Heer die Truppen des protestantischen Schmalkaldischen Bundes. Der erstmals am 6. Mai von 15 bis 18 Uhr und später in regelmäßigen Abständen stattfindende „Ritt Kaiser Karl V.“ soll als öffentlichkeitswirksames Ereignis die weltpolitische Dimension dieser Geschehnisse deutlich machen. Das Museum „Mühlberg 1547“ erinnert auf moderne Weise an diese europaweit bedeutende Schlacht, die Reformation und weitere wichtige Ereignisse in Mühlberg.

Mühlbergs Ortschronistin Katrin Brunk lädt auf historische Weise nach Mühlberg ein. Sie schreibt:

„Herold im Dienste der Geschichte;  Katerinus.Brunkus; anno Domini 2018, Martius XVIII“:

„Hört ihr Leute, lasst euch sagen, Karl der V. wird es wagen, sich nach Mühlberg durchzuschlagen.“

Anno Domini 2018 im Mai,

„Mühlberger Bürger seid dabei!

Auch die Gäste aus der Ferne, sehen wir hier natürlich gerne!“

Die Spanier würden jubeln: Olé, der Kaiser kommt! Ja, bald ist es soweit, am 6. Mai wird Karl der V. durch Mühlberg reiten, dem einstigen Schauplatz des religiösen Machtduells mit dem Sachsen Johann Friedrich und seinen Mannen im April 1547.

Wollen wir in eine Zeitmaschine steigen, den Atem und das Feuer der Geschichte des 16. Jahrhunderts  spüren? Liebe Einwohner in und  rund um Mühlberg! Stöbert in Euren Schränken, auf dem Dachboden, im Keller oder Schuppen! Der kleine Ort, in den die bekanntesten Männer Europas ihren Fuß damals setzten,  soll in eine  Kulisse  von 1547 verwandelt werden. Mit zeitgemäß gestalteten Straßen, Fenstern, Haus-, Hof- und Türeingängen oder Szenen aus vergangener Zeit. Schlüpft in alte Kostüme, als wäret ihr dem 16. Jahrhundert entsprungen.  Lasst alte sächsische und spanische Fahnen wehen! Gebt Kunde im Lande von diesem Ereignis.

An jenem Tage erwartet alle in der Altstadt von Mühlberg ein Spektakel mit Gebräu, Gegartem und Musik. Marktweiber und Händler werden ihre Arbeit anpreisen, Ritter und ihr Gefolge sich im Kloster bewundern lassen. Spielleute locken mit ihren Instrumenten in offene Höfe oder laden zum Tanze. Alte Gewerke zeigen ihr Können, Theater und Schmaus  locken in Brau- und Bürgerhäuser.

Wir drehen das Rad der Geschichte mehr als 470 Jahre zurück. Was kann da alles passieren? Vielleicht verkauft Tetzel illegal Ablassbriefe, sicher ohne behördliche Genehmigung. Schauplatz Elbe: Kommen die Spanier wieder durch die Elbe geschwommen? Pech gehabt, da sie von der neuen Brücke nichts wissen.

Wenn der Heerführer von Schönberg nicht krank wird, könnte es gut ausgehen, und der Kämmerer Ponikau vermasselt nicht wieder alles. Das Museum in der alten Propstei erzählt die wahre Geschichte, wer’s nicht glaubt, möge hingehen und sich selbst überzeugen.

 Hört, hört! Wer sich an diesem Tag nicht zu benehmen weiß, bekommt die Lästersteine umgehangen, egal ob Männlein oder Weiblein. Wer seine Zeche nicht bezahlt, dem wird die Tür ausgehangen, solange bis er die Schulden beglichen hat.  Das Ausschenken von Dünnbier ist verboten! Wer sich an Tumulten und Schlägereien beteiligt, darf dem Schloßgespenst im Turmverlies Gesellschaft leisten – bei Wasser und Luft.

Vielleicht lässt sich der Strauchmann blicken trotz seiner Missetat von einst. Dann wird man ihm viel Strauchelwasser einflößen, solange bis der Medicus kommt. Moritz von Sachsen, der clevere Verwandte vom Johann Friedrich, könnte mal nach seinem Schloss sehen, dessen Mauern schreien nach Hilfe. Und sollte der Kurfürst zu später Stunde aus der Stadt fliehen, geben wir ihm Rückendeckung und zeigen ihm den Weg nach Falkenberg.

(red/fc)