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Zum Glück ist sie wach geworden

Das Ausmaß des Feuers: Direkt über der Tür zu Irene Beyers Schlafzimmer entzündete eine alte Stromverteilerdose den Brand.
Das Ausmaß des Feuers: Direkt über der Tür zu Irene Beyers Schlafzimmer entzündete eine alte Stromverteilerdose den Brand. FOTO: Claus
Mühlberg. 45 Jahre lang wohnt Irene Beyer in ihrem Haus in Mühlberg. Jetzt musste sie es verlassen: Ein Hausbrand am Ostersamstag machte ihre vier Wände unbewohnbar. Für die Rentnerin ist es nicht der erste Schicksalsschlag. Anja Hummel

Eine grüne Plane überdeckt das Dach des alten Fischerhäuschens, zerbrochene Dachziegel liegen zerstreut vor der Haustür. Beim Betreten des Gebäudes am Ende des Schifferwegs tritt ein beißender Brandgeruch in die Nase. Eine kleine Treppe neben der Eingangstür führt direkt zu der Stelle, an der das Feuer ausbrach.

Irene Beyer hatte großes Glück. Denn nur zufällig erwachte die Rentnerin kurz vor 23 Uhr aus ihrem Schlaf und bemerkte das Feuer. Ohne ihren Jack Russell namens Trolly musste sie ihr brennendes Haus verlassen, um sich selbst nicht zu gefährden. "Ich wollte ihn noch mit nach draußen nehmen, aber er hat sich verkrochen", erzählt die 65-Jährige. Den Brand überstand ihr Hund unversehrt, ihr Fischerhäuschen ist trotz des schnellen Feuerwehreinsatzes nicht mehr bewohnbar. Ein Teil des Daches ist aufgerissen, das obere Stockwerk ist stark vom Brand gezeichnet. Auslöser für das Feuer war eine alte Stromverteilerdose, die direkt am Holzbalken über der Schlafzimmertür entlangführte. Dass sie großes Glück hatte, ist Irene Beyer bewusst: "Ich kann jetzt zweimal Geburtstag feiern."

Momentan ist sie bei ihrer Schwester Christina Kolodzik, die auch in Mühlberg wohnt, untergekommen. Unsagbar froh darüber, ihre Familie an ihrer Seite zu wissen, muss sie nun auch diesen Schicksalsschlag verarbeiten. "Jetzt habe ich die Nase wirklich voll", so Irene Beyer wehmütig. Denn in den letzten Jahren musste sie schon viele tragische Zeiten durchstehen. Als im Jahre 2002 auch die Stadt Mühlberg vom Jahrhunderthochwasser betroffen war, stand ihr geliebtes Fischerhäuschen ebenfalls unter Wasser. "In unserem Wohnzimmer haben wir 80 Zentimeter aufsteigendes Grundwasser gemessen", so Irene Beyer. Eine Marke an ihrer Wand erinnert noch heute an das Ausmaß der Katastrophe vor 13 Jahren. Ein weiteres Hochwasser suchte sie 2013 heim, als ihr Mann noch lebte. Er verstarb noch im selben Jahr nach langer Krebserkrankung. Ein Verlust, den sie bis heute nicht verarbeitet hat.

Die Schäden durch den Hausbrand wird ein Gutachter am heutigen Donnerstag bewerten. "Vorher können wir ja nichts machen", sagt die 65-Jährige. Für sie ist es zuallererst wichtig, dass das Dach, derzeit nur provisorisch von einer Plane bedeckt, wieder geschlossen werden kann. "Dann ist das Haus wenigstens vor Regen geschützt", so Irene Beyer.

Mit der RUNDSCHAU-Aktion "Wir helfen!" wird Menschen aus der Region geholfen. Der Spendenbeirat hat Irene Beyer in ihrer schwierigen Situation eine Soforthilfe von 1000 Euro bewilligt.

Wenn auch Sie unverschuldet in Not geratenen Menschen helfen möchten:

Aktion "Wir helfen!"

IBAN:

DE85 1805 0000 3302 1182 00

Verwendungszweck:

"Wir helfen!" - Elbe-Elster

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