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| 01:29 Uhr

Zuckerrübenverband sieht keine Konkurrenz für Brottewitz

Brottewitz. Werden Biogasanlagen künftig auch mit Zuckerrüben betrieben? Entsprechende Konzepte will der Verband Sächsisch-Thüringischer Zuckerrübenanbauer, der auch die Rübenanbauer in Südbrandenburg vertritt, entwickeln. Was diese Pläne für die Zuckerfabrik Brottewitz bedeuten könnten, erfuhr die RUNDSCHAU bei Thomas Rothe, Geschäftsführer des Zuckerrübenverbandes.

Warum möchten Sie Zuckerrüben künftig zur Biogasproduktion nutzen?

In unserem Verbandsgebiet, zu dem neben Sachsen und Thüringen auch Teile Sachsen-Anhalts und Südbrandenburg gehören, ist die Anbaufläche für Zuckerrüben in den zurückliegenden Jahren immer weiter gesunken. Das hängt mit Entscheidungen der Europäischen Union zusammen, die die Zuckerproduktion deutlich senken möchte. Mit unseren Plänen möchten wir den Zuckerrübenanbau unabhängiger von den Vorgaben der EU machen.

Machen Sie damit der Zuckerfabrik in Brottewitz Konkurrenz?

Nein, keinesfalls. Die Zuckerrüben für die Biogasproduktion würden ja zusätzlich zu denen angebaut, die an die Zuckerfabrik geliefert werden. Ich denke, dass es den Standort Brottewitz sogar stabilisieren könnte, wenn Zuckerrüben durch die Landwirte gewinnbringend auch alternativ verwertet werden.

Inwiefern?

Weil damit der Zuckerrübenanbau im Einzugsbereich der Zuckerfabrik Brottewitz erhalten bleibt, auch wenn sich die Rahmenbedingungen mit dem Auslaufen der aktuellen Zuckermarktordnung im Jahr 2014 stark verändern. Die Gefahr besteht ja theoretisch: Nach 2014 verschlechtern sich möglicherweise die Konditionen für die Lieferanten von Zuckerrüben – und viele fabrikferne Anbauer zum Beispiel in Ostsachsen steigen aus. Damit würde das Potenzial, die Zuckerfabrik auszulasten, endgültig vernichtet. Bleibt der Zuckerrübenanbau mit allem Know-how und der Technologie aber erhalten, weil man mit Zuckerrüben auch Biogasanlagen betreiben und damit Strom erzeugen kann, gibt es auch weiterhin ein Potenzial für die Zuckerfabrik.

Wie weit sind die Pläne denn bereits gediehen?

Das Ganze steckt noch in den Kinderschuhen, aber es gibt bereits gute Ansätze und auch ein großes Interesse daran. Unser Verband möchte jetzt die Akteure aus Forschung und Unternehmen zusammenbringen, die sich mit der Problematik bereits beschäftigt haben – und das sind überraschend viele, wie wir während einer Auftaktveranstaltung am Donnerstag in Meerane feststellen konnten.

Mit Thomas Rothe sprach Karsten Bär.