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| 11:28 Uhr

Aus der Zuckerfabrik Brottewitz
Zuckerrüben-Kampagne komplizierter als in Vorjahren

Große regionale Unterschiede in der Zuckerrübenernte und somit teils auch eine Mini-Zuckerrübenkampagne in Brottewitz: Auf dem Foto ist Schlosser und Anlagenfahrer Matthias Zöller (35) mit zwei Mini-Zuckerrüben und einem durchschnittlich, normalen Exemplar zu sehen.
Große regionale Unterschiede in der Zuckerrübenernte und somit teils auch eine Mini-Zuckerrübenkampagne in Brottewitz: Auf dem Foto ist Schlosser und Anlagenfahrer Matthias Zöller (35) mit zwei Mini-Zuckerrüben und einem durchschnittlich, normalen Exemplar zu sehen. FOTO: Veit Rösler
In einigen Gebieten sorgt die Rübenmotte für Fäulnis. Von Frank Claus und Veit Rösler

Der extrem heiße und lang anhaltende trockene Sommer sorgt bei der diesjährigen Rübenkampagne in Brottewitz für erheblichen Mehraufwand. Der größte Teil der angelieferten Zuckerrüben ist durch den Wassermangel extrem klein bis winzig geraten. Dadurch erhöht sich der prozentuale Anteil an der Verschmutzung, der mit einem Mehraufwand an Reinigungskapazitäten bewältigt werden muss. Pro Tag werden gegenwärtig etwa 6300 Tonnen Zuckerrüben aus dem gesamten südlichen ostdeutschen Raum angeliefert. Das sind etwa 252 Lkw-Ladungen zu je 25 Tonnen am Tag. Eine logistische Meisterleistung. Kommt es zu einer kurzen Unterbrechung der Lieferkette, wird sofort mit einem Radlader vom Lager auf dem Rübenhof nachgeladen, damit das Förderband ohne Unterbrechung weiter laufen kann. Auf dem Rübenhof können insgesamt 12 000 Tonnen, also zwei Tagesproduktionen, zwischengelagert werden. Bei den Einzellieferungen erkennen die Anlagenfahrer an der Größe der Rüben mittlerweile die Region, aus der das Produkt angeliefert wird, erklärt Betriebsleiter Jan Kunath. Die Rübenkampagne wird in diesem Jahr vermutlich zum Jahreswechsel beendet sein.

Noch etwas beschäftigt die Rübenverarbeiter gegenwärtig. In einigen Gebieten hat die Rübenmotte zugeschlagen, was zu teils fauligen Rüben führt. Die Brottewitzer empfehlen den Landwirten daher fünf Tage Rodevorlauf nicht zu überschreiten. Vereinzelt sei es vorgekommen, dass einzelne Anbauer, die Mitte Dezember zur Abholung geplant sind, ihre Rüben schon gerodet haben. Die  warmen Temperaturen und eine geringe Vorschädigung durch die Rübenmotte würde eine Fäulnis so zusätzlich begünstigen.