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Zu wenig Regen, kein Aufatmen für Bauern

Region.. Die Lage bleibt weiterhin dramatisch. Der Regen in der Nacht zum Mittwoch war für die Landwirte nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein – und oft noch nicht einmal das. Sehr unterschiedlich fielen die Niederschlagsmengen aus: Falkenberg 21 Liter/Quadratmeter, Mühlberg 17, Bad Liebenwerda 15, Wiederau 6, Herzberg 4, Lebusa 4. In Bönitz und Schraden blieb der Regen ganz aus. Von Gabi Zahn

„Wenn überall die gleiche Menge wie in Falkenberg und Mühlberg gefallen wäre, oder wenn das jetzt ganz schnell passiert, dann besteht noch Hoffnung für Sonnenblumen, Mais und Grünfutter“ , fasst Dieter Kestin vom Kreisbauernverband die Situation zusammen und bleibt bei seiner Einschätzung: „Wir vermuten eine Ernteeinbuße von mehr als 50 Prozent.“
Die Situation in einigen Betrieben sei sehr Besorgnis erregend: „Den Bauern fehlen die Einkünfte, weil zu wenig Getreide verkauft werden konnte.“ Die angekündigten Hilfsmaßnahmen aus dem Ministerium sieht Dieter Kestin als einen guten Schritt. „Ministerin Kühnast hat ja angekündigt, dass Betriebe mit mehr als 30 Prozent Ernteverlust Hilfen bekommen.“ Er warnt jedoch vor der „Rasenmähermethode“ bei der Mittelvergabe und meint: „Die Hilfen dürfen nicht pauschal sondern betriebsbedingt entschieden werden. Es gab ja auch Gegenden, in denen es häufiger regnete.“ Ebenso wichtig sei es auch, die Hilfe untereinander zu organisieren. „Bauern aus Niedersachsen haben Unterstützung angeboten. Aber Heu und Stroh über diese Entfernungen auf der Autobahn zu transportieren, ist schwierig. Eine Möglichkeit wäre die Hilfe der Bundeswehr. Das müsste der Landesbauernverband mit den zuständigen Behörden klären“ , gibt Dieter Kestin zu bedenken.