Von Birgit Rudow

Mehrheitlich haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport des Kreistages in ihrer jüngsten Sitzung dafür ausgesprochen, die Ganztagsschule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“ in der August-Bebel-Straße in Elsterwerda zum 31. Juli 2019 aufzulösen.

Derzeit werden in der Förderschule im Schuljahr 2018/19 eine 8., eine 9. und zwei 10. Klasse beschult. Das wurde vom staatlichen Schulamt so mitgetragen. Im Schuljahr 2019/20 werden die beiden 10. Klassen die Schule verlassen. Damit werden die Bedingungen für eine Fortführung der Einrichtung so weit unterschritten, dass der Schulträger die Schule schließen muss. Die dann noch verbleibenden Klassen 9 und 10 sollen dem benachbarten Elsterschulzentrum Elsterwerda angegliedert werden. Sie werden aber weiter am Standort in der August-Bebel-Straße beschult. Die Räumlichkeiten dort werden in das pädagogische Konzept des Elsterschulzentrums mit einfließen.

Diese Entscheidung, der der Kreistag am 8. April noch zustimmen muss, hat in der Ausschusssitzung noch einmal grundsätzliche Diskussionen hervorgerufen. „Wir haben versucht, alle drei Förderschulen Lernen zu erhalten“, so Marlis Eilitz, Leiterin des Amtes für Jugend, Familie und Bildung der Kreisverwaltung. Aber mit Beginn der Inklusion seien im Schulamtsbezirk keine Kinder mehr in die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen eingeschult worden. In Elsterwerda habe auch die Schulsituation im Umfeld dazu geführt, dass im Grundschulbereich keine Klassen mehr nachgekommen sind.

Der Ausschussvorsitzende Gerd Rothaug (CDU) warf ein, dass der Kampf um den Erhalt der Förderschulen eines der wichtigsten Themen in der Ausschussarbeit der zu Ende gehenden Legislaturperiode gewesen sei. In Herzberg zum Beispiel sei es mit viel Engagement der Leitung der Förderschule Lernen und der anderen Schulen gelungen, auch in den vergangenen Jahren Klassen an der Förderschule zu bilden, wie jetzt eine Klasse 3/4.

Marlis Eilitz erwiderte, dass die Situation in Elsterwerda nicht nur mit dem Engagement der Schulleitung zu tun habe, sondern mit dem gesamten Schulumfeld. In Herzberg hätten die beiden anderen Grundschulen Schüler an die Förderschule gegeben. In Elsterwerda nicht. „Die grundsätzliche Frage ist, wie die Schule zum Förderausschussverfahren steht“, so Marlis Eilitz.

Sie bat die Abgeordneten eindringlich, einer Schließung der Förderschule in Elsterwerda nach dem beschriebenen Prozedere zuzustimmen. „Wenn Sie das nicht tun, wird der Übergang für die verbleibenden Schüler schlimm. Eine Angliederung an das Elsterschulzentrum ist notwendig, um einen geordneten Schulbetrieb aufrecht zu erhalten“, sagte sie. Auch Schulrat Uwe Mader plädierte für ein geordnetes Auslaufen der Förderschule unter dem Dach des Elsterschulzentrums.

Einfach fiel den Abgeordneten eine Zustimmung zu der Beschlussvorlage aber nicht. „Niemand von uns hatte die Absicht, eine Förderschule zu schließen“, sagte Dr. Sebastian Rick (CDU). Dennoch stimmten die Ausschussmitglieder dem Beschluss mehrheitlich zu, „weil wir eine faire Situation für die Zukunft erkennen, auch in unserem Landkreis Förderschulen zu erhalten“, so Gerd Rothaug.

Die Schulschließung in Elsterwerda muss noch mit dem Kreisschulbeirat besprochen werden. Der Termin dafür ist am 20. März.