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| 02:49 Uhr

Zu hart: Beyern wirft Trainer Barczyk raus

Was bei den großen Bayern in München vielleicht kurz bevorstehen könnte, haben die kleinen Beyern aus Elbe-Elster nach einer Krisensitzung des Vorstandes am Mittwochabend schon durchgezogen: Mit sofortiger Wirkung hat sich der Kreisliga-Zehnte SV Frieden Beyern von seinem Spielertrainer Mario Barczyk (38) getrennt und damit auf die chronischen Personalsorgen in der Mannschaft reagiert. Ab heute steigt Ex-Coach Heiko Zarnetzki wieder in das Training der Beyern ein. Von Kai Dietrich

Die Begründung des Vereinsvorsitzenden Edgar Buchwald für den plötzlichen Rauswurf des einstigen Zweitliga-Angreifers Barczyk (92/93 unter Volker Finke beim SC Freiburg) klingt aberwitzig kurios. "Mario hat bei uns immer eine hervorragende Arbeit geleistet und viel von unserer Mannschaft abverlangt. Offenbar ist das einigen unserer Spieler mit der Zeit zu viel geworden", räumt Buchwald ein, dass die akute Personalnot beim Fünften der vergangenen beiden Spielzeiten nicht nur in Verletzungen und arbeitsbedingten Ausfällen begründet liegt. Einige Spieler hätten sich dem Anspruch des Trainers nicht mehr gewachsen gefühlt, zeigten sich unzufrieden mit ihrer Bankdrückerrolle. "Wenn der Geburtstag der Tante plötzlich wichtiger als das Punktspiel ist, kann was nicht stimmen. Irgendwie hat es nicht mehr gepasst", versucht Buchwald zu erklären, was sportlich schwierig nachzuvollziehen ist: Offenbar hat Barczyk für die Kreisliga eine Portion zu professionell gearbeitet.

Der (telefonisch) Rausgeworfene, der den SV Frieden Beyern in den vergangenen zweieinhalb Jahren von der Fahrstuhlmannschaft zum Favoritenschreck entwickelt hat, zeigte sich gestern auf Nachfrage der RUNDSCHAU enttäuscht von der Entscheidung des Vereins. "Ist doch klar, dass ich das jetzt erst mal verarbeiten muss." Auf seine sportliche Zukunft angesprochen wolle er zunächst mal eine OP an der Achillessehne vornehmen lassen, ehe er als Trainer und Spieler (!) im nächsten Jahr wieder angreifen wolle. "Barczyk ist wieder auf dem Markt!"