Die RUNDSCHAU sprach mit Astrid Thiessenhusen, ehrenamtliche Gesprächsgruppenleiterin der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG), über Symptome und Auswirkungen der chronisch auftretenden Krankheit Zöliakie.Was ist Zöliakie?
Eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut aufgrund einer Glutenüberempfindlichkeit. Neuste Studien haben ergeben, dass jeder 200. Deutsche Gluten nicht verträgt. 80 Prozent der Betroffenen wissen nicht von ihrer Erkrankung.Warum bemerken sie sie nicht?
Weil sie untypische oder gar keine Symptome haben. Normalerweise bekommen die Erkrankten Durchfall, im Kindesalter äußert es sich in Wesensveränderungen und stagnierendem Wachstum. Ein untypisches Symptom wäre Kopfschmerz nach dem Verzehr von Gluten.Welchen Nachweis gibt es für die Zöliakie?
Nur die Kombination aus Bluttest und Dünndarmbiopsie kann Erkenntnisse geben. Doch es gibt auch Fälle, wo beide negativ ausfallen, obwohl eine Glutenunverträglichkeit vorliegt. So kann es oftmals Jahre dauern, bis die Erkrankung diagnostiziert wird.Was kann bei einer nicht behandelten Zöliakie passieren?
Im schlimmsten Fall kann die Schädigung des Dünndarms zu Darm- und Lymphdrüsenkrebs führen. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Bisher bringt nur eine strenge glutenfreie Diät eine Linderung. Nachdem sich die Dünndarmschleimhaut wieder regeneriert hat, sind die Erkrankten beschwerdefrei. Wichtig ist, dass sie auf glutenhaltige Getreidesorten wie Weizen, Gerste und Roggen verzichten und lieber zu Reis, Mais und Hirse greifen. Fisch und Fleisch sind im unverarbeiteten Zustand unbedenklich.Haben die Betroffenen Probleme im täglichen Leben?
Die Gesellschaft hat sich schon auf die zunehmende Unverträglichkeit eingestellt. Aber im Elbe-Elster-Kreis können die Erkrankten teilweise gar nicht außer Haus essen, da in vielen Aromen auch Gluten enthalten ist. Die Gaststätten sollten sich mehr auf deren Bedürfnisse einrichten.Inwiefern unterstützt die DZG die betroffenen Menschen?
In meiner Funktion als Kontaktperson für den Elbe-Elster-Kreis veranstalte ich zweimal jährlich ein Gesprächsgruppentreffen. Das nächste ist im März geplant. Außerdem stehe ich für Fragen rund um die Ernährung oder Vermittlung zur Diagnostik gern zur Verfügung. Entweder per E-Mail an ee-zoelis@web.de oder unter 035361 210.Mit Astrid Thiessenhusen sprach Steven Micksch.