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Zeischa krempelt sich um

Helmut Andrack vorm Rodelberg: "Hier könnte der Weg zwischen Kinderspielplatz, Feuerwehr und Dorfanger entstehen."
Helmut Andrack vorm Rodelberg: "Hier könnte der Weg zwischen Kinderspielplatz, Feuerwehr und Dorfanger entstehen." FOTO: Frank Claus
Zeischa. Zeischa, der Bad Liebenwerdaer Ortsteil, kann sich glücklich schätzen: Es gibt regelmäßige Anfragen von Interessenten, die dort ein Haus bauen möchten. Am Dienstag sind den Einwohnern Überlegungen für neue Wohnungsbaustandorte vorgeschlagen worden. Frank Claus

Das Thema hat die Zeischaer Einwohner sensibilisiert. Sie sollen neue Nachbarn bekommen. Rappelvoll war der Saal der Gaststätte "Zum Elstertal", als Kurstadt-Bürgermeister Thomas Richter (CDU), Ortsvorsteher Helmut Andrack (Die Linke) und Stadtplaner Peter Lange die Überlegungen zu den neuen Wohnungsbau-Standorten vorstellten. Und fast nebenbei auch noch Ideen für die Gestaltung einer neuen Dorfmitte vortrugen.

Etwa sieben neue Eigenheime könnten auf der Hälfte des jetzigen Sportplatzes in der Bahnhofstraße und direkt neben der dortigen Gaststätte in Richtung Hasenwinkel entstehen. Peter Lange zu den Vorzügen: "Dort könnte der Erschließungspreis gering gehalten werden, da die Grundstücksfragen geklärt und auf den jetzigen Anliegerstraßen bereits alle Versorgungsmedien vorhanden sind." Zudem würde nicht der gesamte Sportplatz benötigt, sondern nur die Hälfte der Fläche. Die Möglichkeit, dort auf Kleinfeld weiter zu bolzen, bliebe also bestehen.

Eine große Mehrheit der Einwohner zeigte sich mit diesem Vorschlag sehr einverstanden. Geäußerte Bedenken wurden sachlich ausdiskutiert. Auf den Hinweis, dass es schade ist, dass ein Teil des Sportplatzes damit verloren ginge, entgegnete Ortsvorsteher Helmut Andrack, dass es keinen Fußballverein gebe und er nur sehr selten Kinder Fußball spielen sehe. Zudem habe die Gemeinde schon jetzt Mühe, den großen Platz instand zu halten. "Selbst zum Mähen findet sich nur schwer jemand", sagte er. Wenig später unterbreitete Bürgermeister Thomas Richter einen Standort-Alternativvorschlag.

Auf den Einwand, dass für die neuen Häuslebauer Kiefern gefällt werden müsste, reagierte Helmut Andrack ebenfalls: "Wir sollten nicht vergessen, dass viele Häuser in Zeischa erst entstehen konnten, nachdem Wald gefällt wurde. Wir sollten sehr streng darauf achten, dass die nötigen Ersatzpflanzungen realisiert werden."

Nahezu euphorisch wurden die Einwohner, als es um die neue Dorfmitte zwischen Dorfanger und Kinderspielplatz ging. Nach einer Ortsbegehung vor Weihnachten ist die Idee geboren worden, dorthin das Kleinfußballfeld zu verlegen. Zudem könnte der Feuerwehrstandort weiter aufgewertet werden. Der Komplex, so die Ideen, könnte schrittweise zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden. Helmut Andrack kommt ins Schwärmen, als er sich vor den Rodelberg stellt und die Arme ausbreitet. "Ein neu zu schaffender Weg könnte beide Bereiche prächtig verbinden. Hier ist Platz für alles - Kinderfest, Osterfeuer, Sportfeld. In unmittelbarer Nähe zur Insel der Ruhe ein ideales Gebiet, wo Kinder unter Obhut und ohne gefährliche Straßen spielen können." Er berichtet auch davon, dass sich Eltern vom Wohngebiet Holzplan ebenfalls für diesen Standort ausgesprochen hätten.

Der Vorschlag findet bei den Einwohnern viel Zustimmung. Der Einwand, dass Kinderlärm Anwohner stören könnte, wird auch debattiert. Die Mehrheit positioniert sich klar: Kinderlachen sei ein gutes Zeichen für einen vitalen Ort. Zudem sei von dauerhaft lautem Lärm nicht auszugehen. Der Ortsbeirat wolle nun beide Vorhaben präzisieren und der Bad Liebenwerdaer Stadtverordnetenversammlung vorlegen.