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| 02:44 Uhr

Wonnemar mit schwarzen Zahlen

Besucher der Lausitztherme kommen vorwiegend aus Brandenburg (51 Prozent) und Sachsen (33 Prozent).
Besucher der Lausitztherme kommen vorwiegend aus Brandenburg (51 Prozent) und Sachsen (33 Prozent). FOTO: mcl1
Bad Liebenwerda. Preiserhöhungen bringen die Lausitztherme in Bad Liebenwerda im dritten Jahr in Folge trotz leichtem Besucherrückgang in den Plusbereich. Instandhaltungskosten haben sich verdoppelt. Frank Claus

Die Erhöhung der Eintrittspreise, effizientere Betriebsabläufe und zusätzliche Aufgaben, die der Wonnemar-Standort in Bad Liebenwerda für die gesamten Bäder der Interspa-Gruppe übernimmt, bescheren der Lausitztherme in der Kurstadt im dritten Jahr in Folge ein positives Betriebsergebnis. Und das trotz leicht gesunkener Besucherzahlen im Jahr 2016. Eine entsprechende Statistik hat Volker Scheerer, der bei der Interspa-Gruppe für Finanzen und Controlling zuständig ist, am Mittwochabend in der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt.

Demnach haben im Jahr 2016 insgesamt 228 231 Gäste die Therme besucht. In den 13 Jahren seit der Eröffnung ist das der bisher geringste Besucherzustrom. Teilweise mitverantwortlich sei auch die Generalreparatur im Juni des vergangenen Jahres. Dazu blieb das Bad 14 Tage geschlossen. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr 2006, als sich in der damals noch neuen Therme 282 173 Besucher tummelten. In den 13 Jahren seit Bestehen haben jährlich durchschnittlich 254 087 Gäste die Angebote genutzt.

Mit der Besucherzahl des Jahres 2016 habe der Bad Liebenwerdaer Standort auch den niedrigsten Wert in der gesamten Interspa-Gruppe erreicht. Überraschend sei das, so Volker Scheerer, allerdings nicht. Bad Liebenwerda habe ein bevölkerungsarmes Umfeld und zudem gebe es eine Vielzahl weiterer Thermen beziehungsweise Spaßbäder im erweiterten Einzugsbereich.

Dass Bad Liebenwerda im Jahr 2016 mit 3,6 Millionen Euro dennoch den bisher höchsten Umsatz erzielen konnte, sei vor allem der Erhöhung der Eintrittspreise zu verdanken. Zudem würde ein in Bad Liebenwerda etabliertes Callcenter, in dem Angebote der gesamten Interspa-Bädergruppe gebucht werden könnten, das Betriebsergebnis stabilisieren. In Bad Liebenwerda seien zudem ein Handwerkerpool und die Buchhaltung angedockt, die beide ebenfalls Leistungen für alle Badstandorte erbringen würden. Positiv entwickelt habe sich der Umsatz pro Gast von 8,64 Euro im Eröffnungsjahr auf 13,28 Euro im Jahr 2016.

Den 3,6 Millionen Euro Umsatz stünden, so der Controller, Ausgaben in Höhe von 2,9 Millionen Euro gegenüber. Dickste Brocken seien dabei neben den Personalkosten die Entgelte für Strom, Gas, Wasser und Abwasser. Die jährlichen Instandhaltungskosten hätten sich seit der Eröffnung fast verdoppelt.

Abzüglich des zu leistenden Kapitaldienstes für das 4-Millionen-Euro-Darlehen, das im Jahr 2022 abbezahlt ist, könne der Standort Bad Liebenwerda ein positives Betriebsergebnis von 252 130 Euro verbuchen.

Außerordentlich stabil seien die Entwicklungen im Fitnessbereich. Mit 850 Rehamitgliedern sei inzwischen die Kapazitätsgrenze erreicht, so Bereichsleiter Olaf Kochan. Viele Fitnessbesucher würden der Einrichtung seit Beginn an die Treue halten. "Nur, unser Altersdurchschnitt betrug damals 35 Jahre. Heute liegt er bei 50 Jahren", sagt er.

Zum Thema:
Die Interspa-Gruppe mit Sitz in Stuttgart betreibt sieben Bäder: in Wismar (2000), Sonthofen (2001), Ingolstadt (2003), Bad Liebenwerda (2004); Ulm/Neu-Ulm (2011), Marktheidenfeld und Backnang (beide 2012). In Marktheidenfeld und Backnang werden nach Unternehmensangaben jährlich etwa 235 000 Besucher gezählt, in Sonthofen, Ingolstadt und Wismar sind es jährlich zwischen 350 000 und 400 000 Gäste. Im Wonnemar in Bad Liebenwerda arbeiten 47 Vollzeitbeschäftigte und 24 Aushilfen. Es gibt drei Auszubildende und eine BA-Studentin. Die Mitarbeitersuche gestalte sich zunehmend schwierig.