ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:32 Uhr

Wonnemar - ein Haus mit Anziehungskraft
„Es ist ein Leuchtturm geworden“

 15 Jahre Wonnemar in Bad Liebenwerda - hier Mitarbeiter der ersten Stunde mit Centermanager Peter Spiekermann (r.)
15 Jahre Wonnemar in Bad Liebenwerda - hier Mitarbeiter der ersten Stunde mit Centermanager Peter Spiekermann (r.) FOTO: LR / Frank Claus
Bad Liebenwerda. Das Wonnemar in Bad Liebenwerda feiert 15. Geburtstag und wartet immer noch auf sein „Geschenk“. Von Frank Claus

Das Ziel war ehrgeizig: „Wir wollten nicht nur leuchten, wir wollten der Leuchtturm im Freizeitsektor werden. Ich denke, das ist uns gelungen.“ So steigt Peter Spiekermann, Centermanager der zwei Wonnemar-Häuser in Wismar und Bad Liebenwerda, in seine kurze Rede beim Empfang aus Anlass des 15. Geburtstages der Bad Liebenwerdaer Einrichtung am Sonnabend ein. Und liefert die Begründung für seine Feststellung gleich nach: „Seit der Eröffnung am 17. Juli 2004 haben wir 4,5 Millionen Besucher empfangen.“ Das sind 300 000 Gäste pro Jahr.

Der Centermanager erinnert an den nicht einfachen Beginn und schmunzeln da nicht einige Gäste? Ist es heute, wo Stadt und Wonnemar um die Attraktivierung des Hauses ringen, nicht wieder so, sogar noch schlimmer? Monate vergingen auch damals, bis am 21. Februar 2002 der erste Spaten wirklich in den Sand gesetzt wurde. Und mehr als ein Jahr hat es gedauert, bis endlich Bautätigkeit einsetzte, nämlich 15 Monate bis zum 14. Mai 2003. Erst da flatterte der Fördermittelbescheid ein. Dann ging es trotz mancher Höhen und Tiefen bei den am Bau beteiligten Firmen flugs: Am 10. Oktober 2003 wurde Richtfest und am 25. April 2004 schließlich ein gigantisches Baustellenfest gefeiert. „Etwa 15 000 Leute haben uns gestürmt, waren begeistert von der Freizeiteinrichtung und meinten immer wieder nur: Nun macht aber schnell, dass ihr endlich aufmachen könnt“, schildert der Centermanager. Besucherschlangen bildeten sich tagelang nach der Eröffnung. „Wir haben in den ersten 14 Tagen 22 000 Besucher gezählt.“

Bad Liebenwerda hatte fortan seine neue Attraktion. Ein Magnet auf dem Tourismussektor, der bist heute Gäste aus einem Umkreis von etwa 100 Kilometern anzieht. Nur eine Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Glaubten die Innenstadthändler und die einheimische Gastronomie auch für sich an steigende Umsätze, wurde schnell deutlich: Wonnemar-Nutzer strömen ins Bad, bleiben dort meist ausgiebig und fahren dann wieder nach Hause. Schon damals war klar: Nur eine zusätzliche Übernachtungskapazität direkt am Haus würde die Verweildauer in der Stadt und in der Region erhöhen.

 Die vom Café Beeg gefertigte Geburtstagstorte schneiden Centermanager Peter Spiekermann mit Interspa-Geschäftsführer Volker Kurz (r.) an.
Die vom Café Beeg gefertigte Geburtstagstorte schneiden Centermanager Peter Spiekermann mit Interspa-Geschäftsführer Volker Kurz (r.) an. FOTO: LR / Frank Claus

Doch alle diesbezüglichen Bemühungen scheitern bis heute krachend: Es gibt weder ein Feriendorf mit Bungalowsiedlung, noch einen Caravanstellplatz und bislang auch immer noch kein Hotel am Bad.

 15 Jahre Wonnemar in Bad Liebenwerda - die Siegerente beim Entenrennen mit der Nummer 707 gewinnt ein Wochenende mit zwei Übernachtungen für zwei Personen im Wonnemar-Hotel in Wismar
15 Jahre Wonnemar in Bad Liebenwerda - die Siegerente beim Entenrennen mit der Nummer 707 gewinnt ein Wochenende mit zwei Übernachtungen für zwei Personen im Wonnemar-Hotel in Wismar FOTO: LR / Frank Claus

Center-Mangarer Peter Spiekermann lässt es sich nicht nehmen, besonders auf die Mitarbeiter einzugehen, ihnen zu danken. Zwölf der ersten Stunde sind noch dabei. Alle bittet er nach vorn und überrascht jeden mit einem großen, bunten Sommerstrauß.

 Die Stammgäste Heike Langner und Erhard Kupplich mit Hausleiter und Fitnesschef Olaf Kochan (Mitte).
Die Stammgäste Heike Langner und Erhard Kupplich mit Hausleiter und Fitnesschef Olaf Kochan (Mitte). FOTO: LR / Frank Claus

Emotional wird es, als Heike Langner und Erhard Kupplich, beide Stammgäste seit der ersten Stunde, über „ihr“ Wonnemar reden. „Ich hätte am liebsten meine Wohnung gleich auf dem Dach. Für mich ist das Haus Kraft- und Erholungsort. Ich habe hier so viele Freundschaften geschlossen, werde immer mit einem Lächeln begrüßt.“ Erhard Kupplich gesteht, am Anfang nicht begeistert vom Wonnemar-Bau gewesen zu sein. „Immerhin stand damit ja auch fest, dass meine geliebte Schwimmhalle abgerissen wird. Ich weiß noch, wie mich Fitnesschef Olaf Kochan ansprach und aufforderte, Mitglied im Club zu werden. Ich alter Mann Hanteln und Gewichte stemmen? Ich habe es getan, fühle mich bis heute wohl und wer weiß, wie es mir jetzt ergehen würde, hätte ich nicht regelmäßig auf diese Weise Sport getrieben.“

Bürgermeister Thomas Richter holt zunächst etwas aus, kommt auf veränderte Rahmenbedingungen im Gesundheits- und Kursektor zu sprechen und sagt dann das, worauf alle warten. „Alle Unterlagen sind bei der Investitionsbank eingereicht, um nun endlich die Fördermittel zur Attraktivierung des Bades zu bekommen.“ Denn 4,5 Millionen Euro, so Center-Manager Peter Spiekermann, „sind in den vergangenen 15 Jahren auch in die Instandhaltung gesteckt worden. Jetzt muss zwingend der große Wurf kommen, das Bad ist in einigen Bereichen nicht mehr zeitgemäß.“

 15 Jahre Wonnemar in Bad Liebenwerda - hier Centermanager Peter Spiekermann mit Bürgermeister Thomas Richter (r.)
15 Jahre Wonnemar in Bad Liebenwerda - hier Centermanager Peter Spiekermann mit Bürgermeister Thomas Richter (r.) FOTO: LR / Frank Claus

Etwa 18,5 Millionen Euro hat die Stadt, die Eigentümerin des Grundstücks ist und über einen Erbbaurechts- und Bewirtschaftungsvertrag die Stuttgarter Interspa-Gruppe zum Betreiber gemacht hat, beantragt. Im Vergabeausschuss der Bank im August, so hofft der Bürgermeister, solle nun endlich die Entscheidung über die Summe der förderfähigen Kosten fallen. Zur Attraktivierung des Wonnemar ist auch eine Erweiterung der Saunalandschaft geplant.

Und das Hotel? Der Neubau ist Sache der Interspa. Geschäftsführer Volker Kurz sagt: „Unsere Unterlagen sind alle eingereicht.“ Das 215-Betten-Hotel mit integrierten Behandlungsangeboten für präventive Selbstzahler solle zeitgleich gebaut werden.

Er hofft nun endlich auf Nägel mit Köpfen. Die Vorarbeiten, unter anderem die Verhandlungen zur Anpassung von Verträgen, hätten schon viel Zeit und Geld gekostet. „Allein für Anwälte und Planungen haben wir schon etwa eine halbe Million Euro ausgegeben“, sagt er.

Hunderte Gäste stürmen am Sonnabend bei 50-prozentigem Rabatt auf alle Eintrittspreise das Haus und erleben ein spannendes Entenrennen mit hochkarätigen Preisen. Und weil Regen dazu gehört, wenn das Wonnemar im Beachclub feiert, sind die Gäste längst gewappnet. Bis gegen 3 Uhr in den frühen Morgen tanzt und schwoft eine stattliche Besucherzahl zu Abba-Songs und Disko-Hits.