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Wolfgang Liebe seit gestern Ehrenbürger

Er konnte bereits für sich in Anspruch nehmen, dienstältester Apotheker in Deutschland zu sein – nun ist Pharmazierat Wolfgang Liebe auch noch Ehrenbürger seiner Heimatstadt geworden. Gestern wurde er anlässlich seines 90. Geburtstages mit diesem Titel für seine Verdienste für die Stadt ausgezeichnet. Von Karsten Bär

Eine große Zahl geladener Gäste verfolgte die Feierstunde an der Musikmuschel im Wäldchen, die von der Stadt Bad Liebenwerda, dem Epikur-Zentrum und der touristische Serviceeinrichtung „Haus des Gastes“ organisiert worden war. Es hatte etwas von einem Staatsempfang, als der Jubilar am Sonntag gegen elf Uhr vormittags an der Musikmuschel eintraf: Gemeinsam mit Dr. Michael Engel, ärztlicher Leiter des Epikur-Zentrums, wurde Wolfgang Liebe in einem Oldtimer, einem Ifa-DKW von 1958, vorgefahren. Als er ausstieg, erhoben sich die Gäste von ihren Plätzen und applaudierten, die „Lubwart-Bläser“ gaben ein erstes Ständchen. Der 90. Geburtstag des Pharmazierates Wolfgang Liebe - ein gesellschaftliches Ereignis in der Kurstadt.
Dass dies so ist, hat seine Gründe. Darauf wiesen alle hin, die an diesem Tag das Wort ergriffen. Dr. Michael Engel erzählte von seiner ersten Begegnung mit dem Apotheker. Die umfassende Beratung vor Augen, die Liebe seinen Kunden entgegen brachte, habe er sofort gewusst: „Dieser Apotheker ist der richtige“ , blickte Dr. Engel zurück. Wolfgang Liebe sei immer für die Menschen und seine Stadt da gewesen, mit offenem Herz und auch mit offener Hand.
„Wir haben lange nachgedacht, wie wir jemanden ehren können, der so viel für seine Stadt getan hat“ , stellte Bürgermeister Thomas Richter seiner Gratulation voran. Wolfgang Liebe sei in seiner Stadt verwurzelt, sein Herz lebe für Bad Liebenwerda. Deshalb sei es ein angenehmer Augenblick, Danke sagen zu können. „Am 16. Mai hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, Ihnen den Titel Ehrenbürger der Stadt Bad Liebenwerda zu verleihen“ , lüftete der Bürgermeister unter dem Applaus der Anwesenden das Geheimnis.
„Ich bin tief bewegt Zeuge dieser Ehrung geworden“ , sagte Pharmazierat Stephan Creuzburg aus Elsterwerda, der im Auftrag der Landesapothekerkammer Dank für das Lebenswerk Liebes aussprach. „Wolfgang Liebe hat immer den Patienten, den Menschen in den Mittelpunkt gestellt“ , betonte Creuzburg. „Sein beispielgebendes Wirken macht ihn zu einem Leuchtstern in unserem Beruf.“
Schließlich nahm Wolfgang Liebe die Gelegenheit wahr, einige Worte an die Anweswenden zu richten. Er habe in seinem Leben nur zwei Hobbys gehabt, sagte er: „Das war mein Beruf und die Liebe zu meiner Heimatstadt Bad Liebenwerda.“ Häufig habe er die Gelegenheit zu Reise in verschiedene Länder genutzt. Aber überall habe er den Vergleich zu Liebenwerda gesucht und immer habe es ihn zurück nach Liebenwerda gezogen. „Daher freut es mich besonders, diese Anerkennung bekommen zu haben“ , zeigte sich Wolfgang Liebe von der Titelverleihung gerührt. Zu Ehren des Jubilars hatten Pfarrer Thomas Meißner und Orgelbauer Dieter Voigt den Apotheker am Abend mit seinen Geburtstagsgästen zu einem eigens für ihn gehaltenen, kleinen Orgelkonzert in die Kirche geladen.