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| 12:31 Uhr

Zwei Vorfälle bei Gorden
Wolf als Schaf- und Ziegentotbeißer wahrscheinlich

Der Wolf kann überall in Brandenburg auftauchen. Hat er auch in Gorden gerissen?
Der Wolf kann überall in Brandenburg auftauchen. Hat er auch in Gorden gerissen? FOTO: Alexander Heinl / dpa
Gorden. Genproben bringen darüber Klarheit, wer die Herdentiere zu Monatsbeginn bei Gorden getötet hat. Schäfer wird entschädigt. Von Manfred Feller

Einer oder auch mehrere Wölfe werden als Verursacher der zu Monatsbeginn unter freiem Himmel bei Gorden getöteten Schafe und Ziegen nicht ausgeschlossen. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt gebe es die Gewissheit erst, wenn die genetischen Proben der gerissenen Tiere ausgewertet sind. Die Ergebnisse würden jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

Von einer Herde waren am 3. Februar drei Ziegen und ein Schaf durch Bisse umgekommen. Eine weitere Ziege und ein Schaf sind so schwer verletzt worden, dass sie von ihren Qualen erlöst werden mussten. Am Tag darauf seien nochmals fünf Schafe und eine Ziege getötet worden. Es handelte sich um Bergschafe und Burenziegen-Mischlinge. Allein betroffen war ein einheimischer Schäfereibetrieb.

Nachdem die zwei blutigen Vorfälle dem Landesamt für Umwelt gemeldet worden waren, wurde der von dieser Behörde beauftragte Rissgutachter losgeschickt. Er stellte schließlich auch fest, dass an jedem der besagten Tage jeweils nur ein getötetes Tier zumindest teilweise der Nahrungsaufnahme durch das oder die Raubtiere genutzt worden war.

War die Herde nicht bewacht? Erst beim zweiten Vorfall seien zum Schutz zwei Hunde dort gewesen. Diese waren jedoch außerhalb der Herde angebunden, so das Landesamt weiter.

Dem betroffenen Schäfer werde finanziell und fachlich geholfen. Das Land Brandenburg gleiche den entstandenen Schaden aus. Zudem sei der Betrieb vor wenigen Tagen über die Fördermöglichkeiten für weitere Präventionsmaßnahmen beraten worden.

Nach Angaben der Behörde hat es im Jahr 2016 in Elbe-Elster nur einen gemeldeten Vorfall gegeben, bei dem möglicherweise ein Wolf  gerissen hatte. Dies war bei Sonnewalde. 2017 sei nichts bekannt geworden.

Mit einzelnen abwandernden Wölfen müsse im gesamten Land Brandenburg immer gerechnet werden. Deshalb habe der Herdenschutz überall eine hohe Priorität. Die nächsten Wolfsrudel seien im Raum Grünhaus und in der Ruhlander Heide bekannt.