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Wohnungsbau in der Kurstadt boomt

Nadji Schvartz (r.) hat in das Haus in der Dresdner Straße investiert. Die IGB, links Geschäftsführer Martin Ehring, wird die Verwaltung übernehmen.
Nadji Schvartz (r.) hat in das Haus in der Dresdner Straße investiert. Die IGB, links Geschäftsführer Martin Ehring, wird die Verwaltung übernehmen. FOTO: Frank Claus
Bad Liebenwerda. Während in Großstädten über fehlenden Wohnraum geklagt und die Forderungen nach bezahlbarem Wohnraum immer lauter werden, entwickelt sich Bad Liebenwerda immer mehr zur bevorzugten Wohlfühladresse. "Das schlägt sich auch in der Entwicklung der Einwohnerzahlen nieder", so Bürgermeister Thomas Richter (CDU). Frank Claus

"Wir haben zum ersten Mal wieder ein Plus", sagt er und freut sich über die von der Stadt initiierten Vorhaben genauso wie über das private Engagement.

Blickpunkt Torgauer Straße: In der Torgauer Straße errichtet ein privater Bauherr gerade ein Mehrfamilienhaus. In der gleichen Straße will die Haus- und Grundbesitzgesellschaft mbh (HGB) noch im Herbst dieses Jahres das Objekt Nummer 24 - einst vom VEB Dienstleistungen gebaut und im Oktober 1987 bezogen - modernisieren. Aus sechs werden dann sieben hochmoderne Ein-, Zwei- und Dreiraumwohnungen. "Damit greifen wir das letzte bislang unsanierte Haus der HGB im Stadtkern an", sagt HGB/IGB-Geschäftsführer Martin Ehring. Die HGB ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt. Ähnlich wie an der Tourismusinfo auf dem Rossmarkt werde es eine attraktive Fassadengestaltung geben. "Dort wird fast alles neu. Wir verändern Wohnraumzuschnitte, legen neue Leitungen für Strom und Wasser, wollen Gauben aufs Dach bringen und werden allen künftigen Mietern überdachte Stellplätze für die Fahrzeuge und sogar eine Sitzecke im Freien anbieten", sagt Martin Ehring. Allen Mietparteien werde sogar eine kleine Gartenfläche zur Bewirtschaftung angeboten.

Standortwechsel Lessingstraße: Möbelwagen bestimmen das Bild in diesen Tagen am zweiten sanierten Wohnblock Nummer 4. Die neuen, farbenfrohen Balkone mit den Sonnenschutzelementen fallen sofort ins Auge. Rund zwei Millionen Euro hat der Umbau gekostet. "Die haben wir mit Unterstützung der Volksbank Elsterland komplett selbst investiert, also ohne Fördermittel gebaut", so der HGB/IGB-Chef. Nur eine der 24 Wohnungen, die nun auch über einen Aufzug verfügen, ist dort noch zu haben. Helle, moderne, teils vergrößerte Küchen und Bäder sind ein Markenzeichen dieser Wohnungen. "Wir haben im Vergleich zum ersten Block natürlich schon wieder Neues einbauen können, haben je nach Wunsch Duschen, Wannen oder sogar Duschwannen eingebaut", berichtet der Geschäftsführer. Er lobt seinen Mitarbeiter Matthias Heyde, der im engen Kontakt mit den Mietern viele Details besprochen hat. "Klar, nicht alle Wünsche können in einem Mietobjekt erfüllt werden, aber wir konnten vielen Mietern sehr entgegenkommen", sagt er. Immerhin: Elf Vormieter wollen wieder einziehen, die übrigen kommen zumeist aus anderen HGB-Wohnstandorten, einige schließen erstmals Bekanntschaft mit dem Vermieter.

Engagement in der Dresdner Straße: Die ehemalige Villa in der Dresdner/Ecke Turmstraße ist nicht mehr wiederzuerkennen. Sechs moderne Wohnungen stehen vor der Fertigstellung. Am 15. Oktober sollen sie bezugsfertig sein. Investor ist Nadji Schvartz, der die Villa Nuova im Kurpark betreibt. "Ich fühle mich in Bad Liebenwerda so wohl, dass ich mich zu diesem Schritt entschieden habe", sagt er. Die IGB wird die Verwaltung der mit 5,60 Euro Kaltmiete günstigen Zwei- und Dreiraumwohnungen übernehmen. Auch dort soll es überdachte Pkw-Stellflächen und einen extra Fahrradschuppen geben. Das Hausinnere war im desolaten Zustand. Bauplaner Michael Bragulla: "Vom Elektrokabel bis zur Sanitäranlage ist alles neu." Neue Fenster und der Vollwärmeschutz des künftig gasbeheizten Objekts dürften auch die Bewirtschaftungskosten effizient gestalten. "Wir wollen auch noch die zweite Dachhälfte neu eindecken - die erste ist nach einem Sturmschaden bereits saniert worden - doch das schaffen wir jetzt nicht gleich, da das Auftragsbuch unserer Handwerksfirma voll ist", sagt Nadji Schvartz. Reizvoll sind in vielen Zimmern die Raumteilelemente. Küche und Wohnzimmer verschmelzen oft auf angenehme Weise. Vorm Haus wird es erstmals einen Grünstreifen geben.