| 02:41 Uhr

Wirtschaftsförderer – ja oder nein?

In der Stadt wird seit Längerem über fehlende neue Wirtschaftsansiedlungen debattiert. Halten Sie einen festangestellten Wirtschaftsförderer in der Stadtverwaltung für notwendig? Anja Heinrich: Wirtschaftsförderung ist für mich Chefsache als Bürgermeisterin! Die Verwaltung muss sich als Dienstleister für die vielfältigen Unternehmen bewähren, deren Strukturen in ihrem Bestand stärken und bei beabsichtigten Investitionen unterstützen.

In Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Brandenburg, dem Landkreis EE, der BTU Senftenberg und Cottbus sowie den universitären Institutionen in Brandenburg und Sachsen, der Handwerkskammer und IHK ist das Gründerzentrum für Startup-Unternehmen neu zu konzipieren. Die AGREDA muss weiter qualifiziert werden.

Michaela Jahn: Ganz klar ja, und ganz klar aber! Nicht hauptsächlich für Neuansiedlung, sondern für eine ausgewogene Bestandspflege. Meine Recherche hat ergeben, dass viele Unternehmer Nachfolger und Fachpersonal benötigen. Das kann innerfamiliär gut gelingen, wie einige Unternehmen erfolgreich zeigen. Für mich ist die Begleitung von der Schule in das Arbeitsleben, wie es z.B. vom TÜV Rheinland ab der 9. Klasse organisiert wird, ein guter Schritt, aber auch die aktive Integration von Migranten in qualifizierte Ausbildungsmaßnahmen kann einen Beitrag leisten.

Andreas Franke: Die Stadt Elsterwerda verfügt über einen festangestellten Mitarbeiter für die Wirtschaftsförderung. Ja, dieser Mitarbeiter ist erforderlich. Die Stadt hat zurzeit einen Wirtschaftsförderer ohne Wirtschaftsförderungskonzept. Es ist erforderlich, die Befugnisse des Mitarbeiters zu erweitern.

Eckart Schmidtchen: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehe ich einen fest angestellten Wirtschaftsförderer erst als zweiten notwendigen Schritt. Zuerst muss ein aktives Stadtmarketing entwickelt werden, welches die Potenziale unserer Stadt im Umfeld und bis nach Dresden bzw. Leipzig vermarktet. Wenn es damit gelingt, Elsterwerda als Wohn- und Arbeitsstandort für Familien attraktiv zu machen, dann haben wir auch die Arbeitskräfte, mit denen ein fest angestellter Wirtschaftsförderer/-in in der Zukunft Unternehmen für die Stadt begeistern kann.

Werner Voigt: Nein. Einen beziehungsweise mehrere festangestellte Wirtschaftsförderer hatten wir schon. Der anfängliche Erfolg war nicht von Dauer. Willige Investoren machten aber nach kurzer Zeit einen Rückzieher oder tauchten erst gar nicht auf. Ein Regenwurmzüchter, Firma Freudenberg oder ein Investor, der aus dem ehemaligen Impulsa-Hochhaus ein Sporthotel machen wollte, sind Geschichte. Ruinen und Rechtsstreitigkeiten sind geblieben! Stimmt das Umfeld ohne bürokratische Hürden, entscheiden sich Investoren für Elsterwerda.