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| 18:21 Uhr

Wirtschaft in Bad Liebenwerda
Reiss baut auf der „einzigen Insel“

„Reiss-Werk Lausitz 2020“ – die neue Produktionsstätte der Reiss Büromöbel GmbH Bad Liebenwerda im Gewerbegebiet Lausitz. 30 Millionen Euro werden investiert, das Wirtschaftsministerium des Landes Brandenburg steuert 7,4 Millionen Euro Fördermittel dazu.
„Reiss-Werk Lausitz 2020“ – die neue Produktionsstätte der Reiss Büromöbel GmbH Bad Liebenwerda im Gewerbegebiet Lausitz. 30 Millionen Euro werden investiert, das Wirtschaftsministerium des Landes Brandenburg steuert 7,4 Millionen Euro Fördermittel dazu. FOTO: Reiss Büromöbel / LR
Bad Liebenwerda. Zehn Spaten für eine 30-Millionen-Euro-Investition im Gewerbegebiet Lausitz. Von Frank Claus

Wenn sie alle gleich ein paar Mal mehr ihre Spaten in die Erde getrieben hätten, wäre die Baugrube fürs Fundament fast ausgehoben. Zehn Spatenschwinger für einen symbolischen Startschuss – darunter ein Minister, ein Landrat, ein Bürgermeister, der „Firmengründer“ höchstpersönlich, Gesellschafter, Geschäftsführer,  Sparkasse, Planer und die IHK – was soll da noch schief gehen? Doch bei der Reiss Büromöbel GmbH in Bad Liebenwerda ist auch dieser Moment fast Philosophie. Mit vielen Partnern im Verbund hat das Unternehmen die 30-Millionen-Euro-Investition vorbereitet und will sie im Verbund auch realisieren.

Das „Reiss Werk Lausitz 2020“ im Bad Liebenwerdaer Gewerbegebiet Lausitz ist eine neue Dimension für das Unternehmen. Nicht nur, weil der Standort mit 12 500 Quadratmetern größer als der jetzige im Bad Liebenwerdaer Südring ist. Und auch nicht, weil stolze 30 Millionen Euro investiert werden.

Zehn Spaten für ein gutes Gelingen: Mit dabei Wirtschaftsminister, Landrat, Bürgermeister, Gesellschafter, Geschäftsführer, der „Firmengründer“ höchstpersönlich, Sparkasse, Planer und die IHK.
Zehn Spaten für ein gutes Gelingen: Mit dabei Wirtschaftsminister, Landrat, Bürgermeister, Gesellschafter, Geschäftsführer, der „Firmengründer“ höchstpersönlich, Sparkasse, Planer und die IHK. FOTO: Frank Claus / LR

Mit dem neuen Werk werden mit der Einführung von Industrie 4.0 technologisch neue Wege beschritten. Digitales Arbeiten erfährt bei Reiss einen Qualitätssprung. In naher Zukunft sollen mit der Einführung neuer Software intelligente Maschinen untereinander kommunizieren können. „Ohne eine Steigerung der Produktivität und einer weiteren Flexibilisierung der Fertigungsprozesse werden wir nicht  wettbewerbsfähig bleiben“, sagt Geschäftsführer Gerd Widule. Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) sieht Reiss gut aufgestellt. Die Firma sei wichtiger Arbeitgeber, starker Ausbildungsbetrieb, traditionsbewusst und trotzdem in die Zukunft schauend und fest verankert. Für Landrat Christian Heinrich-Jaschnski (CDU) belege Reiss, dass „es sich lohnt, in der Region zu investieren.“ Bürgermeister Thomas Richter (CDU) verweist auf die enge Verbundenheit der Reissianer mit der Stadt und das soziale Engagement. Mit-Geschäftsführer Hans-Ulrich Weishaupt erklärt stolz, dass mit der Finsterwalder Bauunion eine einheimische Firma die Produktionshalle errichte. Er meint angesichts der Hochwasserdebatten, dass Reiss „die einzig erschlossene Insel im Überschwemmungsgebiet gefunden“ habe.

Zufrieden zeigt sich der ehemalige Geschäftsführer Dietmar Menzel, erneut in der Robe von Firmengründer Robert Reiss. Im Zwiegespräch mit Hans-Ulrich Weishaupt erfährt er, dass das Unternehmen inzwischen 150 000 des von ihm 1910 entwickelten Steh-Sitz-Tisches produziert habe. Worauf „Robert Reiss“ doppeldeutig meint: „Wir verstehen was von Rauf und Runter.“

Hier die Geschäftsführer Hans-Ulrich Weishaupt (l.) und Gerd Widule (r.) sowie Firmengründer Robert Reiss, dagestellt vom ehemaligen Geschäftsführer Dietmar Menzel.
Hier die Geschäftsführer Hans-Ulrich Weishaupt (l.) und Gerd Widule (r.) sowie Firmengründer Robert Reiss, dagestellt vom ehemaligen Geschäftsführer Dietmar Menzel. FOTO: Frank Claus / LR

Bis Ende dieses Jahres soll der Rohbau stehen, um im nächsten Jahr die Einbauten zu realisieren. Ab Oktober 2019 soll „eines der leistungsfähigsten Werke der Branche“ den laufenden Betrieb aufnehmen. Ab nächstem Jahr beginnend wird der Hauptstandort reorganisiert.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) sieht Reiss gut aufgestellt.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) sieht Reiss gut aufgestellt. FOTO: Frank Claus / LR