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| 18:52 Uhr

Wirtschaft in Bad Liebenwerda
Die Mega-Werkhalle von Reiss wächst

 Die neue Produktionshalle der Reiss Büromöbel GmbH Bad Liebenwerda im Gewerbegebiet Lausitz. Bis 2022 sollen an beiden Standorten 30 Millionen Euro investiert werden. Im Foto links oben der Standort der Elsterwerkstätten, wo für Reiss Bürocontainer montiert werden.
Die neue Produktionshalle der Reiss Büromöbel GmbH Bad Liebenwerda im Gewerbegebiet Lausitz. Bis 2022 sollen an beiden Standorten 30 Millionen Euro investiert werden. Im Foto links oben der Standort der Elsterwerkstätten, wo für Reiss Bürocontainer montiert werden. FOTO: LR / Jens Berger
Bad Liebenwerda/Lausitz. Das neue Werk2020 der Reiss Büromöbel GmbH Bad Liebenwerda im Gewerbegebiet Lausitz steht. Die Ausbauarbeiten sind im vollen Gange. Ende des Jahres soll die Produktion hochgefahren werden. Von Frank Claus

Es ist ein Riesenkomplex – 235 Meter lang, 55 Meter breit. Allein die künftige Produktionshalle, momentan noch leer, ist ein Megateil. Daran schließen sich auf der einen Seite die Versandhalle und auf der anderen der integrierte Haupteingang mit Büroräumen, Cafeteria und einem Showroom an. Noch weiter dahinter ist das vollautomatische Plattenlager angedockt.

Während im Freien Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen, bläst aus dicken Leitungen warme Luft ins Gebäudeinnere. Der Estrichboden ist glatt wie ein Kinderpopo, die ersten Wände haben bereits Farbe erhalten, Elektro- und Lüftungsbauer sind am Werk. Die Absaugung wird montiert, das Spänelager entsteht. Draußen wird an der Fassade geschraubt, werden Glaselemente eingebaut. Im hochmodernen Lager wird die erste Maschine aufgebaut. Alles wird dort künftig computergestützt laufen. Gerd Widule, neben Hans-Ulrich Weißhaupt Geschäftsführer des Unternehmens, kommt ins Schwärmen. „Wir werden hier künftig noch viel flexibler arbeiten können, weil wir unseren Kunden Büromöbel mit noch mehr unterschiedlichen Formen, Funktionalitäten und Dekoren anbieten werden.“ Nicht nur das macht heute den Unterschied. Büroarbeitsplätze sind keine nullachtfünfzehn Einrichtungen mehr. Immer mehr Institutionen und Firmen würden Wert auf Wohlfühlatmosphäre legen. „Arbeiten ist heute nicht mehr Arbeiten schlechthin. Arbeiten ist Lebenszeit, die auch ein entsprechendes Umfeld erfordert. Das zu schaffen, macht auch einen attraktiven Arbeitgeber aus“, sagt Gerd Widule. Er muss es wissen. Denn die Einsatzorte der Reiss Büromöbel GmbH sind breit gefächert – reichen vom Handwerksbetrieb bis zu Einrichtungen der Bundesregierung, Krankenkassen, Schulen, Landratsämtern, Bürokomplexen großer Firmen und Finanzämtern. Reiss muss da vieles richtig machen. Allein im Fachhandelssegment sei der Umsatz im zurückliegenden Jahr zweistellig gestiegen. 300 Fachhändler hat das Unternehmen neben seinem eigenen Vertrieb. Zahlen zum Gesamtumsatz wolle man nicht preisgeben.

„Basis für das Wachstum waren unter anderem die neuen elektromotorischen Tische der Serie Reiss Avaro, die in diesem Jahr auch weiter ausgebaut wird. Außerdem konnten neue Rahmenvereinbarungen abgeschlossen werden“, erklärt Geschäftsführer Gerd Widule. Seit 1990 habe das Unternehmen mehr als 190 000 Steh-Sitz-Tische verkauft. Eine Erfolgsgeschichte, die anhalte.

 Der Eindruck? Eine gigantisch große Halle! Hier werden die Montagelinien eingebaut. Die Halle ist so konzipiert, dass Erweiterungen möglich sind. Die Geschäftsführer Hans-Ulrich Weishaupt (r.) und Gerd Widule (l.) sind hier im Gespräch mit einer Vertreterin des Planungsbüros.
Der Eindruck? Eine gigantisch große Halle! Hier werden die Montagelinien eingebaut. Die Halle ist so konzipiert, dass Erweiterungen möglich sind. Die Geschäftsführer Hans-Ulrich Weishaupt (r.) und Gerd Widule (l.) sind hier im Gespräch mit einer Vertreterin des Planungsbüros. FOTO: LR / Frank Claus

Die Arbeiten an dem hochmodernen Standort im Gewerbegebiet Lausitz liegen im Zeitplan, bestätigen die Geschäftsführer. Parallel zum Aufbau der neuen Losgröße-1-Anlage beginne nun der Ausbau.  „Neben dem analogen Fortschritt am Neubau läuft die digitale Neustrukturierung, um die vollautomatische Anlage in Betrieb nehmen zu können. Bis zum September 2019 wird die neue Anlage montiert und anschließend hochgefahren“, heißt es in einer Pressemitteilung. Bis zum Jahr 2022 investiere Reiss rund 30 Millionen Euro in die beiden Standorte in Bad Liebenwerda und Lausitz sowie in die Digitalisierung der Produktion. Ziel sei ein „zukunftsstarkes Industrie 4.0-Niveau“.

Deutlich aufgestockt habe das Unternehmen sein Personal. 198 Mitarbeiter seien beschäftigt, „aber wir brauchen weitere, gute Leute“, sagt Hans-Ulrich Weißhaupt und verweist auf die Ausschreibungen auf der Internetseite.

 Jeden Dienstag ist Bauberatung, hier mit den Geschäftsführern Hans-Ulrich Weishaupt (l.) und Gerd Widule (r.). Im vollautomatischen Plattenlager sind die ersten Maschinen eingebaut. Jetzt braucht es ein paar trockene Tage, um das Dach im Versandbereich zu dämmen.
Jeden Dienstag ist Bauberatung, hier mit den Geschäftsführern Hans-Ulrich Weishaupt (l.) und Gerd Widule (r.). Im vollautomatischen Plattenlager sind die ersten Maschinen eingebaut. Jetzt braucht es ein paar trockene Tage, um das Dach im Versandbereich zu dämmen. FOTO: LR / Frank Claus