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| 14:55 Uhr

Lokale Wirtschaft
Güterterminal in Elsterwerda entlastet Straßen

Vierzehn Tonnen schwere Segmente für die Erneuerung der Ferngasleitung werden täglich auf der Schiene zum Logistik-Dienstleistungszentrum Elsterwerda am Heizwerk gebracht und von dort per Lastwagen zu einem Zwischenlager transportiert. Denis Hofmann leitet den Umschlag auf dem Terminal.
Vierzehn Tonnen schwere Segmente für die Erneuerung der Ferngasleitung werden täglich auf der Schiene zum Logistik-Dienstleistungszentrum Elsterwerda am Heizwerk gebracht und von dort per Lastwagen zu einem Zwischenlager transportiert. Denis Hofmann leitet den Umschlag auf dem Terminal. FOTO: LR / Manfred Feller
Elsterwerda. In das Logistik-Dienstleistungszentrum Elsterwerda rollen immer mehr Züge mit Fracht. Von Manfred Feller

Die Entlastung für die Straßen ist enorm. Fast täglich rollt seit Freitag aus Richtung des Ostseehafens Sassnitz und noch bis Mitte Juli ein Güterzug mit 24 offenen Waggons und jeweils drei mächtigen Rohren für die Erneuerung einer Ferngasleitung in das privat betriebene Logistik-Dienstleistungszentrum (LDZ) in Elsterwerda. Ein Lastwagen kann nur eines der 14 Tonnen schweren und mit 22 Metern überlangen Rohrsegmente transportieren. Das spart über Hunderte von Kilometern je Güterzug immerhin 72 Lkw-Transporte.

Die Rohre werden in Elsterwerda entladen und erst von dort aus in ein Zwischenlager und dann auf die Baustelle gebracht.

Aus Sicht von Denis Hofmann, leitender Mitarbeiter im LDZ, dessen Inhaber sein Vater ist, ergänzen die Rohrlieferungen hervorragend den seit Anfang April kontinuierlich laufenden Containerumschlag. Woche für Woche kommen drei Züge mit 24 Waggons aus den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven. Geladen haben sie zwischen 30 und 70 Containern mit den seeverkehrstypischen Maßen 20 und 40 Fuß.

Je nach Ladung rollen sie über Forst und Schkopau, um auch dort Fracht zu löschen. Abnehmer von Elsterwerda aus seien unter anderem die BASF in Schwarzheide, Kronospan in Lampertswalde und eine Firma im sächsischen Wittichenau.

Auf dem Terminal in Elsterwerda werden vornehmlich Container von der Schiene auf die Straße und umgekehrt mit dem Großstapler umgeladen.
Auf dem Terminal in Elsterwerda werden vornehmlich Container von der Schiene auf die Straße und umgekehrt mit dem Großstapler umgeladen. FOTO: LR / Manfred Feller

Die leeren Wagen werden entweder in das Depot am Terminal geschoben oder sofort wieder mit Containern namhafter regionaler Produzenten beladen. Drei Züge kommen je Woche und drei verlassen Elsterwerda auch wieder.

„Das Geschäft zieht an“, stellt Denis Hofmann fest. Je mehr Masse auf der Schiene bewegt wird, desto günstiger werde diese Transportart im Wettbewerb mit der Straße. Nachteil: Die Schiene hat eine längere Vorlaufzeit. Während Züge erst zusammengestellt werden müssen, sind die Lastwagen längst unterwegs. Doch einmal in Bewegung, nehme es der Zug in puncto Schnelligkeit locker mit dem Lkw auf, der sich durch immer öfter verstopfte Straßen quälen muss.

Ein längst laufendes Geschäft ist der Einzelwagenverkehr mit Stahlvorprodukten für die Stabau GmbH & Co KG in Haida. Die Waren kämen bis aus Spanien, Polen, Tschechien und Frankreich zur hochwertigen Weiterverarbeitung nach Elbe-Elster.

Denis Hofmann ist überzeugt, dass die Straßen von dem nervigen Lastwagenverkehr entlastet werden können, wenn die Potenziale bundesweit nur genutzt würden. So plane das Logistik-Dienstleistungszentrum zusammen mit dem Heizkraftwerk von nebenan, dass in Zukunft ein beträchtlicher Teil des Brennmaterials, in diesem Fall Holzhackschnitzel, auf der Schiene und damit im Container angeliefert wird.

Container aller Größen sind für den Logistikstandort kein Problem. Der Großstapler hebt bis zu 45 Tonnen, rangiert zügig und kann sogar beladene Sattelauflieger auf Waggons setzen.