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Bauverzug an Baustellen um Bad Liebenwerda
Wird die B-183-Ortsumfahrung später fertig?

Vorn im Foto ist die neue B-183-Kreuzung an der Tankstelle Haidchensberg gut zu erkennen. Am oberen Bildrand befindet sich die B-101-Kreuzung. Durchgängig befahrbar werden beide Kreuzungen noch nicht sein.
Vorn im Foto ist die neue B-183-Kreuzung an der Tankstelle Haidchensberg gut zu erkennen. Am oberen Bildrand befindet sich die B-101-Kreuzung. Durchgängig befahrbar werden beide Kreuzungen noch nicht sein. FOTO: Jens Berger / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Bad Liebenwerda. Sicher ist: Die gleichzeitige Übergabe mit der dreistreifig ausgebauten B 101 von Bad Liebenwerda nach Elsterwerda klappt nicht. Von Frank Claus

Politiker sind mit ihren Äußerungen oft schneller als Bauleuten lieb ist. „Die B-183-Ortsumfahrung Bad Liebenwerda wird im September 2018 fertig. Das ist mit dem Brandenburger Verkehrsministerium so abgestimmt.“ Gern und bei jeder sich bietenden Gelegenheit sagt Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter (CDU) diesen Satz. Verständlich, die Vorfreude in der Kurstadt ist groß, endlich den lästigen Lkw-Verkehr aus dem Stadtzentrum verbannen zu können.

Knackpunkt Elsterbrücke. Doch: Die Situation auf der Baustelle sieht momentan anders aus. Es gibt Verzögerungen beim Bau der Brücke über die Schwarze Elster. Von drei Monaten Bauverzug ist gar die Rede – ausgelöst durch zu spät fertig gestellte Planungen.

Manfred Ragotzky vom Dezernat Konstruktiver Ingenieurbau des Landesbetriebes Straßenwesen bleibt immer noch zuversichtlich: „Eine Gefährdung des Gesamtfertigstellungtermins in 9/2018 muss  derzeit nicht befürchtet werden“, erklärt er und führt vor allem den Baufortschritt im übrigen Trassenverlauf ins Feld: „Es gab es in den Monaten der Planungsbearbeitung an der Elsterbrücke keinen Baustillstand, sondern es wurden Arbeiten an den anderen Bauwerken sowie im Streckenbau vorgezogen“, erklärt er.

Jetzt werde mit Hochdruck der Freivorbau am Stromfeld über die Schwarze Elster vorangetrieben; sechs von insgesamt 13 Schüssen, so nennt man die einzelnen Baugruppen der Brücke, sind fertiggestellt.

Allerdings: Eine Unbekannte bleibt das Wetter. „Wenn kein extremer Wintereinbruch kommt, erfolgt noch in diesem Jahr der Lückenschluss und somit die Rohbaufertigstellung“, hofft Manfred Ragotzky. Auf der Baustelle selbst zeigen sich die Männer kämpferisch: „Wir wollen das schaffen. Notfalls wird ein beheiztes Zelt drüber gezogen.“

Ansonsten flutscht es weiter im Trassenverlauf. Alle übrigen Brücken und Durchlässe sind fertig, die Nebenarbeiten sind im vollen Gange. Zu großen Teilen hat der Damm seine Endhöhe erreicht. In einigen Abschnitten wird bereits Mutterboden angefahren, um Hänge und Böschungen später begrünen zu können.

Bauplatz B 101: Sichtbar dreht sich trotz Spatenstich Ende September immer noch kein Rad für den drei­streifigen Ausbau zwischen Bad Liebenwerda und Elsterwerda.

Anke Schlosser, Sachgebietsleiterin Bauvorbereitung und Bauüberwachung im Landesbetrieb, ist deshalb längst nicht so optimistisch wie ihr Kollege. Sie nennt den September-Termin nicht mehr und schreibt anstelle dessen diplomatisch: „Die Freigabe der Ortsumfahrung Bad Liebenwerda und der B 101 erfolgt zeitgleich Ende nächsten Jahres.“

Nach erfolgter Bauanlaufberatung mit dem Auftragnehmer würden derzeit die bauvorbereitenden Arbeiten, die einem Tätigwerden vor Ort vorausgehen, laufen. Dabei gehe es um die Vermessung von Baufeldgrenzen und Ist-Höhen des Baufeldes, die Beantragung der verkehrsrechtlichen Anordnungen sowie die Einholung von Schachtscheinen verbunden mit der örtlichen Einweisung des Auftragnehmers durch die betroffenen Leitungsträger. So lägen im Bereich des Brandschutzstreifens Kabel, die nicht beschädigt werden dürfen. Gleichzeitig erfolge in diesen Tagen die Einweisung der Nachunternehmer für die Leistungen zur Baufeldfreimachung, also zum Roden der Baumstümpfe.

Blickpunkt neue Kreuzung und B 101 nach Herzberg. Nicht wie geschmiert läuft es auch in diesem Bauabschnitt. Während am Montagnachmittag, 30. Oktober, die B-101-Ortsumfahrung in Richtung Herzberg für den Verkehr freigegeben und somit die Umleitungsstrecke über die Bad Liebenwerdaer Bergstraße wieder aufgehoben werden kann, bleibt die neue Kreuzung der B-183-Ortsumfahrung an der Tankstelle Haidchensberg noch dicht. Fahrzeuge müssen weiter die Tankstelle umkurven. Im Abschnitt zwischen alter und neuer Kreuzung fehlen noch immer die Verkehrszeichen und die großen Tafeln der Vorwegweiser.

Noch ein unerwartetes Problem ist in dieser Woche dazu gekommen. Die neu installierten Ampelmasten an der B-101-Kreuzung sind höher als ihre Vorgänger. Nun muss erst geprüft werden, ob unter der Starkstromleitung ungehindert mit dem Hubsteiger zur Befestigung der Ampelkästen gearbeitet werden darf. Ein Mitarbeiter meinte bei einem Test: „An den Kabeln hat es ganz schön gekribbelt.“

Die neue Brücke über die Schwarze Elster bei Bad Liebenwerda wächst. Aber: Es gibt Bauverzug. Jetzt hoffen alle auf einen milden Winter.
Die neue Brücke über die Schwarze Elster bei Bad Liebenwerda wächst. Aber: Es gibt Bauverzug. Jetzt hoffen alle auf einen milden Winter. FOTO: Frank Claus / Medienhaus Lausitzer Rundschau
An der B-101-Kreuzung wird direkt unter der Hochspannungsleitung die Ampelanlage installiert.
An der B-101-Kreuzung wird direkt unter der Hochspannungsleitung die Ampelanlage installiert. FOTO: Frank Claus / Medienhaus Lausitzer Rundschau