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| 18:14 Uhr

Wie lebt es sich im ländlichen Raum, Teil 3
Es geht auch hier voran, aber ...

Wenn wichtige Strukturen im Dorf, wie der Konsum hier in Züllsdorf, nicht weggebrochen sind, fühlen sich die Menschen weniger abgehängt.
Wenn wichtige Strukturen im Dorf, wie der Konsum hier in Züllsdorf, nicht weggebrochen sind, fühlen sich die Menschen weniger abgehängt. FOTO: Rudow / LR
Beiersdorf. In Beiersdorf, im Schliebener Land und in Falkenberg Antworten zweigeteilt. Sylvia Kunze

Dittgard Hapich, Ortsvorsteherin im Uebigau-Wahrenbrücker Ortsteil Beiersdorf „kann nur Positives sagen. Wir haben ein neues Feuerwehrgerätehaus erhalten, vorher ein neues Löschfahrzeug. Beides mit Landesmitteln großzügig gefördert“. So wie man sich wohlfühle und einbringe, so abwechslungsreich und angenehm wie möglich könne das Leben im Dorf gestaltet werden, ist sie überzeugt. Und kennt aber auch die Grenzen. Beispiel Thema Straßen: „Da müssen wir Druck machen und dürfen die Hände nicht in den Schoß legen, damit das Land seiner Verantwortung nachkommt“, sagt sie. Und auch beim öffentlichen Personennahverkehr müsse aus ihrer Sicht nachjustiert werden. „Wenn keine Busse fahren, fühlen sich die Bürger, die kein eigenes Auto haben, wirklich abgehängt“, weiß sie.

„Wir merken es bei vielen Dingen immer wieder, dass der ländliche Raum im Vergleich zu den großen Städten schlechter wegkommt“, bilanziert Harald Kutscher, Leiter des Bauamtes im Amt Schlieben. „Welche Fördermöglichkeiten gibt es denn noch, von denen wir hier profitieren können?“, fragt Kutscher. Er setzt große Hoffnungen auf angekündigte Änderungen im Landesentwicklungsplan, der am gestrigen Tag im Landtag diskutiert wurde. Insbesondere die Entwicklungsmöglichkeiten von Dörfern seien aus seiner Sicht bisher absolut unbefriedigend. Erst am Montagabend sei das Thema in Kolochau gewesen, berichtet er. Dort wollen sich junge Familien ansiedeln, aber es gibt keine Bauflächen mehr und neue dürfen nach jetztigen Landesvorgaben nicht ausgewiesen werden. „Man sollte offenlassen, ob sich ein Ortsteil entwickeln kann“, fordert der Bauamtsleiter.

Als kleine Stadt im ländlichen Raum könne Falkenberg nicht klagen, schätzt deren Bürgermeister Herold Quick ein. „Wir sind in einigen Maßnahmen drin, wo auch das Land mit unterstützt“, sagt er.

Allerdings gibt es da doch einige Aspekte des Miteinanders, bei denen er aus Richtung Land „mehr erwarten“ würde. Zum Beispiel bei der verkehrstechnischen Anbindung der Stadt und bei den öffentlichen Verkehren in Richtung der kleinen Orte. „Ländliche Räume müssen besser erreichbar sein“, so Quick, der dabei auch das Land in der Pflicht sieht. Enttäuscht zeigt er sich zudem als aktueller Sprecher der Kurstadtregion, dass er einem Termin beim Ministerpräsidenten „hinterherlaufen“ müsse. Der sollte längst klar sein und habe das Ziel, sich der weiteren Landeshilfe beim Zusammengehen der vier zur Kurstadtregion gehörenden Städte rückzuversichern.